Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009558
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des Engl. 
Geschichte 
Geistes 
Wie das 18. Jahrhundert foitrückte, förderte sich die grosse 
Bewegung der Befreiung reissend. Eins der bedeutendsten Mittel 
geistlicher Macht war früher die Kirchenversammlung gewesen. 
Hier kam der Klerus als eine Körperschaft zusammen und konnte 
in achtunggebietender Weise alle Feindseligkeiten gegen die Kirche 
zurückschrecken; dabei hatte man noch die Gelegenheit, welche 
ileissig benutzt wurde, Pläne zur Hebung der geistlichen Macht 
anzugebenß") Aber im Lauf der Zeit wurde ihnen auch diese 
Waffe genommen. Wenige Jahre nach der Revolution gerieth die 
Kirchenversamrnlung in allgemeine Verachtung; ' 1 9) und 1717 wurde 
diese gefeierte Versammlung durch eine Acte der Krone schliesslich 
vertagt; man war mit Recht der Ansicht, das Land habe ihre 
Dienste nicht weiter nöthiglßo) Seit der Zeit hat dieser grosse 
Rath der Englischen Kirche sich nie wieder versammeln dürfen, 
um ihre Angelegenheiten zu verhandeln, bis vor einigen Jahren die 
Nachsicht einer schwachen Regierung ihm gestattete, Wieder zu- 
sammenzutreten. So bedeutend hat sich jedoch die Stimmung der 
Nation geändert, dass diese einst so furchtbare Körperschaft jetzt 
auch nicht den Schatten ihres alten Einflusses mehr besitzt; ihre 
Beschlüsse werden nicht mehr gefürchtet, ihre Debatten nicht mehr 
gelesen; und die Angelegenheiten des Landes werden fortgeführt 
ohne alle Rücksicht auf die Interessen, welche noch vor wenigen 
Generationen von jedem Staatsmann für eine Sache von der höch- 
sten Wichtigkeit gehalten wurdenß") 
son, Mem. of De Foe I, 171, 172; Sonwrd Traots IX, 531; Oampbelßs Olumc. IV, 
409 und einen Brief von dem hochwürdigen Francis Jessop von 1717 in Nie-half Lit. 
illustrations IV, 12O_23. 
478) Darunter verdient vornehmlich hervorgehoben zu werden die Sitte alle Bücher 
zu tadeln, die für freie Untersuchung waren. Darin machte sich der Klerus sehr 
schädlich. S. Latlzburgfs Hist. of convaoatioaz 124, 286, 338, 351 und Wilsmfs Life 
of De F00 II, 170. 
'79) Im Jahr 1704 sagt Burnet (Oum time V, 138) von der Kirchenversammlung: 
"Man opponirte ihr nur schwach und beachtete sie sehr wenig." 1700 war zwischen dem 
Ober- und Unterhause der Kirchenversamrnlnng für Canterbury ein Streit, welcher 
diese Stimmung ohne Zweifel noch beförderte. Siehe Life qf Arohbishop Slum-p am! 
Newcome I, 348, wo dieser armselige Krieg ganz ehrbar erzählt wird. 
480) Charles 'Butt1er (Reminiscences II, 95) sagt, die schliessliche Vertagung sei 
1720 gewesen, aber nach allen andern Zeugnissen, die ich gefunden, war sie 1717. 
Siehe Hallam, Oonst. bist. II, 395; Lathlzury, Hist. qf mmvacatian 385; Malwn, Hist. 
of Engl. I, 302; Monlfs Life of Bentley II, 350. 
m) Ein Brief des Predigers Thomas Clayton von 1727 ist lesenswerth; er zeigt, 
wie der Klerus über diesen Gegenstand dachte. Er sagt, eine der Ursachen der
        

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