Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009548
VOm 
zum 
bis 
J ahrh. 
357 
bedeutend. Viele Mitglieder des Englischen Klerus behielten zwar 
ihre Vorliebe für Jacob bei, aber wollten doch dem Zorn der Re- 
gierung nicht Trotz bieten oder sich dem Verlust ihrer Stellen aus- 
setzen. Um dies zu vermeiden und ihr Gewissen mit ihrem Vor- 
theil auszusöhnen, bedienten sie sich einer Unterscheidung zwischen 
dem Könige von Rechtswegen und dem Könige im Besitzt") 
Folglich schweren sie mit ihren Lippen Wilhelm Treue, während 
sie in ihrem Herzen Jacob huldigten; und während sie für einen 
König in der Kirche beteten, mussten sie für einen andern in ihrer 
Kammer betenß l S) Durch diese elende Ausflucht wurde ein grosser 
Theil der Geistlichkeit mit einem Schlage in heimliche Rebellen 
verwandelt, und ein gleichzeitiger Bischof giebt uns sein Zeugniss 
dafür, dass das pflichtvergessene Verfahren, dessen sich diese 
Männer schuldig machten, jenen Skeptieismus noch mehr unter- 
stützt habe, dessen Fortschritt er so bitter beklagt! H)  
 
175) Die alte Absurdität von de facto und de jtore, als wenn irgend Jemand ein 
Recht auf den Thron behalten könnte, worauf das Volk ihn nicht sitzen lassen will! 
175) Im Jahr 1715 stellt Leslie, bei weitem der Ausgezeichnetste unter ihnen, 
ihre Lage so dar: "Ihr seid jetzt in diese Klemme gerathen: schwören oder nicht 
schwören. Wenn Ihr schwört, so tödtet Ihr Eure Seele; wenn Ihr nicht schwört, 
so tödtet Ihr Eueru Körper, indem lhr Euer Brod verliert." S0me1's' Trczcts XIII, 
686. Die Folge war wie sich erwarten liess und ein hochkirehlieher Schriftsteller 
prahlt unter der Regierung Wilhelm's III. (Summ-d Tracts X, 344), dass die Eide des 
Klerus kein Schutz für die Regierung wären. Und Whiston sagt in seinen Memoiren, 
S. 30; "Und doch erinnere ich mich zu wohl, der bei weitem grösste Theil der 
Universitiitsleute und des Klerus, die damals der Regierung den Eid leisteten, schienen 
ihn mit schwankendem Gewissen, wenn nicht gar gegen ihr Gewissen zu schwören." 
Dies war 1693, und 1710 finden wir: „Wir haben jetzt Anzeichen, die uns glauben 
lassen, dass der Jacohitisehe Klerus auch die Instruction hat, alle möglichen Eide zu 
leisten, um sich einer Kanzel zu bemächtigen und für das erbliche Recht des Präten- 
deuten zu schreien und so der Jacobitischcn Sache zu dienen." Samson? Traute XII, 
641. Eine Kenntniss von dieser Thatsaehe, oder wenigstens der Glaube daran ver- 
breitete sich bald, und 8 Jahre später sagt der berühmte Lord Ooopcr, der damals 
Lordkanzler war, im Oberhause: „Se. Majestät hätte auch den besten Theil der Landes- 
interessen und das ganze Handelsinteresse für sich; über den 11101118 W011e er nichts 
Sagen, aber es sei bekannt, dass die Mehrheit der Bevölkerung vergiftet werden 
und das Gift noch nicht ganz wieder ausgetrieben sei." Parl. hist. VII, 541. 1st, 
auch, obgleich nicht ganz wörtlich, in Oampbelfs Chancellors IV, 365 gegeben. 
477) "Die Gewissenlosigkeit so Vieler in einer so heiligen Sache trug nicht wenig 
dazu bei, den wachsenden Atheismus des Zeitalters zu stärken." Burnetäs Oum tirrie 
III, 381 und IV, 175, 177; Samen-M Tracts XII, 573. Ich brauche wohl kaum zu 
bemerken, dass es damals gewöhnlich wer, Skepticismus und Atheismus zu verwech- 
seln, obgleich beide nicht nur verschieden, sondern auch unvereinbar sind. Ucber die 
Spielerei mit de facto und de jure und wie die Geistlichkeit sie anwandte vergl. Wil-
        

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