Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009349
16. bis zum 
Jahrh. 
337 
Klerus, die uns in der Literatur der Zeit erhalten sind, und die 
nach der Meinung der Höflinge zu den schönsten Proben mensch- 
lichen Witzes gehörten. Von Leuten dieses Gelichters hatte die 
Kirche freilich wenig zu fürchten; aber ihre Sprache und die Gunst, 
Womit das Publikum sie aufnahm, bilden einen Theil der Symptome, 
an denen wir die Stimmung des Zeitalters studiren können. Den 
meisten Lesern werden noch andere Beispiele einfallen, ich will 
jedoch eins anführen, das interessant ist wegen des ausgezeichneten 
Philosophen, den es betrifft. Der gefährlichste Gegner des Klerus 
im 17. Jahrhundert war ohne Zweifel Hobbes, der feinste Dialek- 
tiker seiner Zeit, dazu ein Schriftsteller von ausgezeichneter Klar- 
heit und unter den Britischen Metaphysikern nur Berkeley unterge- 
ordnet. Dieser tiefe Denker veröffentlichte mehrere Untersuchungen, 
die stark gegen die Kirche gingen und entschieden den Prineipien, 
welche zur geistlichen Autorität nothwendig sind, wider-stritten. 
Natürlich wurde er von der Priesterschaft gehasst; man erklärte 
seine Lehren für höchst verderblieh und klagte ihn subversiver 
Absichten gegen die Nationalreligion und verderblicher Angriffe 
gegen die öffentliche Sittlichkeit an! 1  Dies ging so weit, dass 
während seines Lebens und noch mehrere Jahre nach seinem Tode 
jeder, der selbst zu denken wagte, als Hobbes" Anhänger gebrand- 
markt, "oder ein Hobbianer genannt wurde! 1 i) Diese entschiedene 
Bericht über eine Unterredung, die Karl mit ihm "über die Bischofsmützen" gehabt, 
in welcher der König seine Gesinnung ganz und gar nicht verbirgt. Beresby, Twwels 
und memoirs 238. 
m) Ueher den Unwillen des Klerus gegen Hobbes und wie sehr er ihn erwiderte 
vergl. Aubrgfs Letters und livßs II, 532, 631; Zhnnemanvz, Gesck. der Ploilos. X, 111 
mit der zornigen Sprache Burnefs (Own time I, 322) und Whiston's Memoirs 251. 
Siehe auch Woodlv Athenae Oxonienses, edit. Bliss III, 1211. Monconys, der 1663 
in London war, sagt von Hobbes (Voyage III, 43): „Er sprach mir von der Ab- 
neigung, die elle Geistlichen, sowohl die katholischen als die protestantischen, gegen 
ihn hegten," und 115: „Hobbes fand ich immer sehr aufgebracht gegen die katholi- 
Schen und protestantischen Priester." Um die nämliche Zeit war Sorbiere in London 
und schreibt über Hobbes in seiner Voyage io England 40: "Ich weiss nicht wie es 
zugeht, der Klerus fürchtet sich vor ihm und eben so die Oxforder Mathematiker 
und ihre Anhänger. Desswegen gefiel sich Se. Majestät Karl II. in einem sehr guten 
Vergleich, als er zu mir sagte, er sei wie ein Bär, den sie mit Hunden hetzten, um 
Zu sehen, wie er sich wehre. 
m) So wurde Jeder genannt, der am Ende des 17. und selbst am Anfange des 
18. Jahrhundert bestehende Ansichten angriif. Siehe Baxtefs Lzfe af kimself III, 48; 
Bßyläs Werks V, 505, 510; Monläs Ilzfe of Bentleghl, 41; Vernon, Oorresponol. III, 13; 
King's Lzfe of Locke I, 191; Brewsterlv Zäh of Newton II, 149. 
Buckle, Gesch. d. Civilislltioxl I. 22
        

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