Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009325
VOTII 
bis zum 
Jahrh. 
335 
sind ltlragcn, die unsre politischen Compilatoren nicht beantworten 
können. Sie sehen zu sehr auf die Charaktere der Individuen und 
zu wenig auf den Geist der Zeit, in der diese Individuen leben. 
Solche Schriftsteller werden nicht gewahr, dass die Geschichte jedes 
civilisirten Landes die Geschichte seiner geistigen Entwickelung ist, 
welche Könige, Staatsmänner und Gesetzgeber eher aufzuhalten 
als zu fordern pflegen; denn wie gross ihre Macht auch sei, im 
besten Falle sind sie nur zufällige und unzureichende Vertreter des 
Geistes ihrer Zeit. So weit sind sie davon entfernt, die Bewegungen 
des Nationalgeistes zu leiten, dass sie selbst nur den kleinsten 
Theil darin bilden und in einem allgemeinen Ueberblick des Fort- 
schritts der Menschheit nur als Puppen zu betrachten sind, die auf 
einer kleinen Bühne sich breit machen und ihre Zeit verthun, wäh- 
rend weit über sie hinaus und überall um sie herum sich Gedanken 
und Principien erzeugen, die sie kaum wahrzunehmen vermögen 
und wodurch dennoch allein der ganze Gang menschlicher Ange- 
legenheiten schliesslich regiert wird. 
Die grossen gesetzgeberischen Reformen, welche die Regierung 
Karl's II. so merkwürdig machen, bilden in der That nur einen 
Theil jener Bewegung, die man zwar zu einer viel früheren Periode 
zurückverfolgen kann, die aber doch erst drei Generationen hindurch 
in unverdeckter Wirkung gewesen war. Diese wichtigen Verbes- 
serungen waren die Folgen jenes kühnen, skeptischen, untersuchen- 
den und reformatorischen Geistes, der jetzt die drei grossen Reiche 
der Theologie, der Wissenschaft und der Politik ergriffen hatte. 
Die alten Principien der Ueberlieferung, der Autorität und des 
Dogma's waren nach und nach schwächer geworden, und natürlich 
verminderte sich der Einfluss der Klassen, durch die jene Principien 
vorzüglich aufrecht erhalten wurden, im Verhältniss. So wie sich 
die Macht besonderer Abtheilungen der Gesellschaft verminderte, 
stärkte sich die Macht des Volks im Ganzen. Die wahren Interessen 
der Nation traten deutlich hervor, sobald der Aberglaube zerstreut 
war, der diese Interessen so lange in den Schatten gestellt hatte. 
Dies, glaube ich, ist die wahre Lösung einer Schwierigkeit, die 
zuerst so seltsam aussieht, nämlich, wie so umfassende Reformen 
sich unter einer so schlechten und in mancher Hinsicht so schmäh- 
lichen Regierung vollziehen konnten. Ohne Zweifel waren diese 
Reformen wesentlich eine Folge des intellectuellen Fortschritts der 
Zeit; aber so wenig wurden sie trotz der Laster des Königs gc- 
macht, dass sie vielmehr entschieden durch sie unterstützt wurden,
        

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