Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009161
VOII1 
bis zum 
J ahrh. 
319 
das so fruchtbar an werthvollen Resultaten ist, wonach die Elasti- 
cität der Luft sich Wie ihre Dichtigkeit verändert. Und nach der 
Meinung eines der ausgezeichnetsten neuem Natur-forscher war es 
Boyle, der die chemischen Untersuchungen eröffnete, die sich so 
lange vermehrten, bis sie ein Jahrhundert später die Mittel an die 
Hand gaben, wodurch Lavoisiei- und seine Zeitgenossen die wahre 
Basis der Chemie feststellten und sie zum ersten Mal fähig machten, 
ihren gebührenden Platz unter den Wissenschaften. einzunehmen, 
die sich mit der Aussenwelt beschäftigenßo) 
Die Anwendung dieser Entdeckungen auf das Glück der 
Menschen und besonders auf die sogenannten materiellen Interessen 
der Civilisation wird in einem andern Theile dieses Werks behan- 
delt werden; hier will ich nur bemerken, wie diese Untersuchungen 
mit der Bewegung harmonirten, die ich jetzt beschreiben will. In 
allen seinen physischen Untersuchungen besteht Boyle fortwährend 
auf zwei Grundprincipien, die Wichtigkeit selbstgemachter Experi- 
mente und die verhältnissmässige Unwichtigkcit der Tlhatsachen, 
welche uns das Alterthum über diese Gegenstände überliefert hat! i) 
Dies sind die beiden grossen Schlüssel zu seiner Methode, Gesichts- 
Licbigfs Leders an clwmzlstry 126; Monteil, Divers ätats VIII, 122; Kiimiz, Meteorologie 
236; Comic, Pliilos. pos. I, 583, 645, II, 484, 615; Pouillczf, Elämens de plzysique l, 
339, ll, 58, 183. 
7") "l'un des cräatcztrs de Zu physique experimentelle, Pillusire Robert Boyle, amzit 
cmssz" i-econnu, des le milicu du XVII. siäcle, zme grande gmrtie des faits qui servent 
luqiazordtliui de base ä cette cliimic manuelle." Ozwier, Progräs des sciences I, 30. Das 
„ aussi" bezieht sich auf Rey. Siehe auch Ouvier, Histoire des sciences nuturellus II, 
322, 346-349. Ein noch neuerer Schriftsteller sagt: Boyle stand in der 'l'hat hart 
8-11 der Grenze der pneumatischen Chemie von Priestley; er hatte den Schlüssel zu der 
grossen Entdeckung Lavoisiefs in der Hand." Jolmstozz, On dimmgohous öoalies in den 
Reports of Bril. assoc. VI, 163. Siehe weiter über Boyle: Robin et Verdeil, Ohimie 
anatomique, Paris 1853, I, 576, 577, 579, II, 24, und Sprengel, Hist. de la mädevißlß 
lV, 177.  
7') Diese Verachtung alter Autorität erscheint so häuiig in seinen Werken, dass 
es schwierig ist, von den vielen Stellen eine auszuwählen. Die folgende scheint mir 
Ellt ausgedrückt und auf jeden Fall sehr charakteristisch. Baylzfs TVorks IV, 359, 
Fßfißgryiiilgltl-Ty mto tlie vulgarly reccivevl notiooz of natura. Dort sagt er: "Denn ich 
habehnich daran gewöhnt, Ansichten wie umlaufendes Geld zu beurtheilen: ich sehe 
viel weniger darauf, wenn ich eine annehme, wessen Inschrift sie trägt, als aus welchem 
Metall sie gemacht ist; es ist mir einerlei, ob sie vor vielen J'ahrcn oder Jahrhunderten 
geprägt ist oder ob sie erst gestern die Münze verlassen hat." An andern Orten spricht 
er von dem Schulmeister und dem Mann im Taler fast mit eben so viel Verachtung 
als Locke selbst.
        

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