Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009149
VOm 
bis zum 
Jahrh  
317 
Jahre, die zwischen den beiden Werken verllossen waren, jene 
weitschichtige sociale und geistige Revolution sich vollzogen hatte, 
in welcher der Umsturz der Kirche und die Hinrichtung des Königs 
nur untergeordnete Zwischenfälle waren. Wir wissen aus der Li- 
teratur, aus der Privatcorrespondenz und aus den öffentlichen Vor- 
gängen jener Zeit, wie unmöglich es selbst den stärksten Gei- 
stern war, den Wirkungen des allgemeinen Rauschcs zu entgehen. 
Kein Wunder also, dass Browne, der doch sicher unter manchem 
seiner Zeitgenossen stand, von einer Bewegung, der sie nicht wider- 
stehen konnten, ergriffen wurde. Es wäre in der That sonderbar 
gewesen, wenn er allein dem Einlluss des skeptischen Geistes ent- 
gangen wäre, der eben darum, weil er tyrannisch unterdrückt 
worden war, jetzt alle Bande gebrochen hatte und in seiner Reaction 
bald alle Institutionen hinwegsehwemmte, die vergebens seinen 
Lauf zu hemmen suchten. 
Von diesem Gesichtspunkt aus wird eine Vergleichung der 
zwei Werke höchst interessant und wirklich sehr wichtig. In die- 
sem seinen letzten Erzeugniss hören wir nichts mehr davon, dass 
man Dinge glauben müsse, weil sie unmöglich seien, sondern er 
sagt uns: Die beiden grossen Pfeiler der Wahrheit wären Erfahrung 
und gesunde Vernunftß") Er erinnert uns auch, dass eine Haupt- 
ursache des Irrthums sei, an der Autorität zu kleben; M) eine 
andere sei Vernachlässigung der Untersuchung") und sonderbar 
genug eine Dritte ist die Leichtgläubigkeitß") Alles dies stimmte 
nicht sehr mit dem alten theologischen Geist, und wir dürfen uns 
daher nicht wundern, dass Browne nicht nur einige der unzähligen 
Missgriffe der Kirchenväteru) blossstellt, sondern nachdem er von 
Irrthümern im Allgemeinen gesprochen hat, kurz hinzufügt: „Es 
giebt noch viele andere, die wir den Gottesgelehrten überlassen, 
und die vielleicht nicht einmal einen Widerspruch verdienenß") 
Der Abstand der beiden Werke von einander giebt keinen 
Schlechten Maasstab für die reissende Schnelle jener mächtigen 
L 
Werks 
50) „ö'olz'd reason." Inquiries into vulyar amd common errors, Browneh Werk: 
11, 534.  
M) Ebendaselbst II, 225. 
M) "A supinity, or neglect of inquiry." Ebendaselbst II, 221. 
63) "Eine dritte Ursache allgemeiner Irrthümer ist die Leicbtgläubigkeit der Men- 
Bchen." II, 438,  
64) Siehe zwei hübsche Beispiele II, 267, 438. 
65) Ebendaselbst III, 326.
        

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