Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009107
vom 
bis zum 
J ahrh. 
313 
noch in derselben Richtung fort. Nach der Restauration wurde die 
Kirche zwar in ihre alte Herrlichkeit wieder eingesetzt, hatte aber 
augenscheinlich ihre alte Gewalt verlorenßs) Und der neue König 
verachtete mehr aus Leichtsinn, als aus Gründen die Streitigkeiten 
der Theologen, und behandelte die religiösen Fragen nach seiner 
Meinung mit philosophischer Gleichgültigkeit") Die Höllinge folg- 
ten seinem Beispiel und meinten, sie könnten nicht fehlen, wenn 
sie den Gesalbten des Herrn nachahmten. Die Folgen sind auch 
dem oberllächlichsten Leser der englischen Literatur bekannt. Jener 
ernste und gemessene Skepticismus, der den Independenten eigen 
war, verlor allen Anstand durch Versetzung in die unpassende 
Hofluft. Die Umgebungen des Königs konnten die Schwierigkeiten 
schwebender Fragen nicht aushalten und versuchten ihre Zwei- 
fel durch den gotteslästerlichen Ausdruck eines wilden und ver- 
zweifelten Unglauhens zu stärken. Fast ohne Ausnahme erschöpften 
alle jene Schriftsteller, die Karl am meisten begünstigte, die Mittel 
ihres lockern Geistes in der Verspottung einer Religion, über deren 
Wesen sie in der tiefsten Unwissenheit schwebten. Diese gottlosen 
Narrenspossen selbst würden keinen dauernden Eindruck auf die 
Zeit hinterlassen haben, verdienen aber Beachtung als die verderb- 
ten und- übertriebenen Vertreter einer allgemeinen Richtung. Sie 
waren die ungesunden Sprösslinge jenes Geistes des Unglaubens 
und jener kühnen Empörung gegen die Autorität, Welcher die aus- 
gezeichneten Engländer während des 17. Jahrhunderts charakterisirt. 
Dies machte Locke zu einem Neuerer in der Philosophie und zu 
einem Unitarier im Glauben, Newton zum Socinianer und zwang 
Milton, der ärgste Feind der Kirche zu werden; es machte ihn 
nicht nur aus einem Dichter zum Rebellen, sondern befleckte auch 
43) S. Ltfe of Km, by a layonan 1, 51. S. 129 sagt er mit Bedauern: "Die 
Kirche erlangte viel von ihrem weltlichen Besitz, aber nicht ihr geistliches Regiment 
wieder." Die Macht der Bischöfe wurde verkürzt "durch die Zerstörung des Cum-t of 
kigk-commission." Shorfs Hist. of the clmrcb of Engl. 595; Soutlwyfs Life of Wasley 
I, 278, 279, und Watsonäv Obserwtions on the lzfb of Wesley 129-131. 
49) Buckingham und Halifax, die vielleicht Karl II. am besten kannten, erklärten 
ihn beide für einen Deisten. Vergl. Lingardle Hist. of Engl. VIII, 127 mit Hurra? 
Lives of tke Stuarthi V, 55- Seine nachherige Bekehrung zum Katholicismus ent- 
spricht ganz der zunehmenden Frömmigkeit Ludwig's XIV. in seinen letzten Tagen. 
In beiden Fällen war der Aberglaube die natürliche Zuflucht eines ausgemergelten und 
missvergnügten Lüstlings, der die gemeinsten und niedrigsten Genüsse der Sinnlich- 
keit erschöpft hat.
        

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