Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009073
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Geschichte 
des Engl. 
Geistes 
wenden, ist es nöthig, dass der arme Pilger unter der Last des 
angehäuften Aberglaubens sich durch den Morast der Verzweiflung 
und das Thal des Todes arbeite, ehe er jene Stadt der Glorie er- 
reicht, die von Gold und Juwelen strahlt und deren erster Anblick 
ihm hinlänglicher Lohn ist für all seine Mühen und Aengste. 
Während des ganzen 17. Jahrhunderts ging diese zwiefache 
Bewegung des Skepticismus und der Duldung immer vorwärts, ob- 
gleich unter beständiger Hemmung durch die beiden Nachfolger 
der Elisabeth, die in jeder Hinsicht die aufgeklärte Politik der 
grossen Königin herumdrehten. Diese Könige erschöpften ihre 
Kraft im Kämpfe gegen die Richtungen einer Zeit, die zu verstehen 
sie unfähig waren; zum Glück aber hatte der Geist, den sie zu 
ersticken wünschten, eine Höhe erreicht, die ihrer Zügel spottete; 
und seine Bewegung in England wurde durch das Wesen der 
Streitigkeiten, welche ein halbes Jahrhundert hindurch das Land in 
Parteien theilten, nur gefördert. Unter der Regierung der Elisabeth 
war es der Streit zwischen der Kirche und ihren Gegnern gewesen, 
zwischen den Orthodoxen" und den Ketzern. Aber unter den Re- 
gierungen von Jakob und Karl ging zum ersten Male die Theologie 
in die Politik auf. Es war kein Streit mehr der Bekenntnisse und 
Dogmen, sondern der Anhänger der Krone und der Vertheidiger 
des Parlaments. Die Gemüther der Menschen wurden so auf Gegen- 
stände von wirklicher Wichtigkeit gerichtet und vernachlässigten 
jene geringeren Zwecke, denen ihre Väter alle Aufmerksamkeit 
gesehenktß?) Als es endlich in den öffentlichen Angelegenheiten 
42) Dr. Arnold, dessen scharfes Auge diese Veränderung bemerkte, sagt in seinen 
Lcetmes of modern ltisiory 32: "Was uns vornehmlich auffällt, ist, dass aus dem 
Streit der Theologen unter Elisabeth jetzt ein grosser politischer Kampf zwischen 
Krone und Parlament geworden ist." Die ordinären Compilatoren, wie Sir A. Alison 
(Histoo-y cf Europe I, 51) und andere, haben diese Bewegung gänzlich entstellt; ein 
lrrthum, der um so sonderbarer ist, da, der vorherrschend politische Charakter des 
Kampfes sogar von mehreren Zeitgenossen anerkannt wurde. Selbst Cromwell, trotz 
der schwierigenRolle, die er zu spielen hatte, sagte 1655 mit dürren Worten, der 
Ursprung des Krieges sei kein religiöser gewesen. Siehe Uarlyleäs Oromwell III, 103. 
Bestätigende Zeugnisse in Walkcfs Hist. qf independency I, 132. Auch Jacob I. sah 
ein, dass die Pnritaner gefährlicher für den Staat als für die Kirche wären; „sie 
weichen von uns nicht so sehr in religiösen Punkten, als in ihrer unklaren Vorstellung 
von Politik und Gleichheit ab, sind immer mit der bestehenden Regierung unzufrieden 
und wollen nichts über sieh leiden. Dies macht ihre Seoten in jedem wohlregierten 
Gemeinwesen nnleidlieh." Speeck ofj James I, in Perl, hisi. I, 982. Siehe auch die 
Bemerkungen, die De Foe in Somefs Tracls IX, 572 zugeschrieben werden: „Der
        

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