Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1009008
vom 
bis zum 
Jahrh  
303 
Kein Mensch von einigem Nachdenken kann sich über die 
offenbar-e Richtung dieser Ansichten täuschen. Wichtiger aber ist 
es, den Process zu beachten, den im Gange der Civilisation der 
menschliche Geist durchlaufen musste, ehe er so hohe Gesichts- 
punkte erreichen konnte. Als die Reformation das Dogma von der 
unfehlbaren Kirche zerstörte, hatte sie natürlich das Ansehen ge- 
schwächt, in Welchem das kirchliche Alterthum gestanden. So 
stark war jedoch die Macht der alten Bande, dass unsere Lands- 
leute noch lange achteten, was sie zu verehren aufgehört hatten. 
So erkannte zwar Jewel die oberste Autorität der Bibel an, aber 
WO sie schwieg oder zweideutig war, wandte er sich mit Eifer an 
die älteste Kirche, durch deren Entscheidung nach seiner Meinung 
alle Schwierigkeiten leicht zu beseitigen waren. Er brauchte daher 
seine Vernunft nur, um den Unterschied von Schrift und Ueber- 
lieferung zu erforschen, aber wenn sie nicht stimmten, so zeigte 
er, Wie man es jetzt ansehen würde, eine abergläubische Unter- 
würfigkeit gegen das Alterthum. Dreissig Jahr später kam Hocker; 1' o) 
er that einen Schritt vorwärts, stellte Grundsätze auf, vor denen 
Jewel mit Entsetzen zurückgeschreckt sein würde und that viel, 
um das zu schwächen, was Chillingworth gänzlich zerstören sollte. 
S0 stellen diese drei grossen Männer die drei verschiedenen Epochen 
dreier Generationen nach einander dar, in denen sie lebten. Bei 
Jewel ist die Vernunft so zu sagen der Oberbau des Systems, aber 
die Autorität ist seine Grundlage. Bei Hooker ist die Autorität 
nur der Oberbau und die Vernunft ist die Grundlageü") Aber bei 
entsprechende Festigkeit hat." S. 149. "Denn Glauben ist kein Wissen, ebenso wie 
drei nicht vier ist, sondern wesentlich in ihm enthalten, so dass Einer, der weiss, 
glaubt, und noch etwas mehr thut; aber Wer glaubt, wird oft nicht wissen; ja wenn 
er lediglich und nur glaubt, weiss er nie." S. 412 und 417, 
30) Ueber das Verhältniss der Reformation und der Ansichten des Buchs: Eselc- 
siastical pality vergl. NeulmanÄv Developmcnt cf christ. doctrin 47 mit einigen scharf- 
sinnigen Anmerkungen in King's Lzfe of Locke II, 99-101. Locke, der gar kein 
Freund der Kirche war, bewunderte Hocker sehr und nennt ihn einmal „den Erz- 
philosophen." Essay an govemment in Loclcüs Werks IV, 380. 
34) Der Gegensatz Jewel's und Hookefs war so augenfällig, dass einige Gegner 
Hookefs Jewel's Apologie gegen ihn citirten. Wordswwtlz, Eccl. biogr. III, 513, 
Wordsworth nennt dies sonderbar, aber es würde viel sonderbarer sein, wenn es nicht 
geschehen wäre. So sagt der Bischof von Limerick, Parris Werks II, 470, notes an 
the Spital scrmon, Hooker habe die Quelle der Vernunft geöffnet, eine Sprache, die 
man gewiss nicht zu stark finden wird, wenn man die Ecclesiastical poliiy mit den 
theologischen Werken vergleicht, welche die Englische Kirche früher hervorgebracht,
        

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