Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008873
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Geschichte 
des Engl. 
Geistes 
Skepticismus unter ihnen. In Spanien ist die Kirche mit Hülfe der 
Inquisition immer stark genug gewesen, skeptische Schriftsteller 
zu bestrafen und wenn auch nicht das Dasein, doch die Verbrei- 
tung skeptischer Ansichten zu verhindern!) S0 wurde der Geist 
des Zweifels erstickt und das Wissen ist mehrere Jahrhunderte lang 
fast zum Stillstande gekommen und eben so wenig hat die Civili- 
sation, die Frucht des Wissens, einen Schritt vorwärts gethan. In 
England und Frankreich hingegen, den Ländern, wo, wie wir so- 
gleich sehen werden, der Skepticismus zuerst offen auftrat und wo 
er am weitesten verbreitet wurde, waren die Folgen ganz andere: 
die Liebe zur Forschung wurde ermuthigt und so entstand jene 
immer fortschreitende Wissenschaft, der diese beiden grosscn Na- 
tionen ihren Wohlstand verdanken. Ich werde von jetzt an in 
diesem Bande die Geschichte dieses Princips in Frankreich und 
England aufzeichnen und die verschiedenen Formen, unter denen 
es erschienen ist, so wie die Art und Weise prüfen, wie diese 
Formen die Volksinteressen berührt haben. Ich werde England 
zuerst nehmen, weil aus Gründen, die ich schon erwähnt, seine 
(Zivilisation für normaler gelten muss, als die Französische, und 
weil es daher, trotz seiner vielen Mangel, sich dem Muster der 
Entwickelung mehr nähert, als sein grosser Nachbar dies vermochte. 
Nun werden sich aber die Einzelheiten über die Englische Civili- 
sation vollständig in dem vorliegenden Werke selbst finden; in der 
Einleitung werde ich ihr daher nur ein Kapitel widmen, unsere 
Geschichte nur in Bezug auf die unmittelbaren Folgen der skepti- 
schen Bewegung betrachten, und jene andern Verhältnisse, die 
mitwirkten, wenn auch nicht in demselben Umfange, doch immer 
auf eine sehr werthvolle Weise, für später aufsparen. Die Zu- 
nahme religiöser Toleranz ist ohne Zweifel das Allerwichtigste; ich 
will daher zuerst die Umstände anführen, unter denen sie in Eng- 
land im 16. Jahrhundert auftrat; dann will ich zeigen, wie andere 
Ereignisse, die unmittelbar folgten, demselben Fortschritt ange- 
1) Ueber den Einfluss der Französischen Literatur, welche am Ende des 18. Jahr- 
hunderts der Kirche zum Trotz sich in Spanien einschlich und ein gutes Theil Skepti- 
eismus unter die gebildetsten Klassen brachte, vergl. Llorente, Hist. de Finquisition I, 
322, II, 543, IV, 98, 99, 102, 1-18; Dpblarlois Lettres from Spam 115, 1.19, 120, 
133, 231, 232; Lord Hollannfs Foreiyn reminiscenccs 7G; Soutlmvfs Hist. qf Bwzzil III, 
607; dasselbe unvollkommen bei Alison, Hzfst. of Europa X, S. Ueber die Spanischen 
Colrmicen vergl. Humboldt, Nomzellc Espagne II, 818 mit Wawfs Mexico I, 83. 

        

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