Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008864
VOIII 
bis zum 
J ahrh. 
289 
hinsichtlich derer sie schon gänzlich zufrieden gestellt sind. Die 
das Dunkel nicht fühlen, werden sich nie nach dem Lichte um- 
sehen. Sind wir über einen Punkt zur Gewissheit gelangt, so 
untersuchen wir ihn nicht länger, denn die Untersuchung wäre 
überflüssig oder vielleicht gar gefährlich. Der Zweifel muss da- 
zwischen treten, ehe die Untersuchung beginnen kann. 
Hier haben wir also den Zweifel als den Ursprung, jedenfalls als 
den nothwendigen Vorläufer alles Fortschritts. Hier haben wir den 
Skepticismus, dessen blosser Name den Unwissenden ein Greuel 
ist, weil er ihre faule und selbstgefällige Gemüthsruhe stört, weil 
er ihren geliebten Aberglauben beunruhigt, weil er ihnen die Mühe 
der Forschung auferlegt und weil er selbst trage Geister aufregt 
darnach zu fragen, 0b sich denn die Sachen so verhalten, wie sie 
gewöhnlich angenommen werden und 0b alles das wirklich Wahr 
sei, was man sie von Kindheit auf glauben gelehrt. 
Je mehr wir dieses grosse Princip des Skepticismus prüfen, 
desto deutlicher werden wir sehen, welch eine grosse Rolle er im 
Fortschritt der Europäischen Civilisation gespielt. lch werde in 
dieser Einleitung ausführlich beweisen, was ich hier nur im Allge- 
meinen andeuten will, dass wir dem Skepticismus den Geist der 
Forschung verdanken, der während der letzten zwei Jahrhunderte 
nach und nach sich aller Gegenstände bemächtigt hat, der jeden 
praktischen sowohl als speculativen Wissenszweig retormirt, das 
Ansehen der privilegirten Klassen geschwächt und so einen sichern 
Grund zur Freiheit gelegt hat, der den Despotismus der Könige 
gestraft, die Anmaassung des Adels gezügelt und sogar die Vor- 
urtheile des Priesterstandes yermindert hat. Mit einem Wort, der 
Skepticismus hat die drei Grundirrthümer der alten Zeit aufgehoben, 
Irrthümer, welche das Volk in der Politik mit zu grossem Ver- 
trauen erfüllten, in der Wissenschaft zu leichtgläubig und 
in der Religion zu unduldsam machten. 
 Dieser rasche Ueberblick über das, was wirklich geleistet wor- 
den, mag vielleicht Einen oder den Andern überraschen, dem so 
umfassende Forschungen etwas Neues sind. Das Princip, um das 
es sich hier handelt, ist jedoch so bedeutend, dass ich mir vor- 
genommen habe, es in dieser Einleitung durch die Prüfung aller 
Hauptformen der Europäischen Civilisation zu bewähren. Dies wird 
uns zu dem merkwürdigen Schlüsse fuhren, dass keine einzelne 
Begebenheit auf die Verschiedenen Völker so allgemeinen Einfluss 
ausgeübt hat, als der Grad und vor Allem die Verbreitung des 
Buckle, Geseh. d. (Zivilisation. I. 19
        

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