Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008777
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Ursprung 
Zustand 
Geschichte und 
von Gaimar und nachher von Wace '14) übersetzt. Diese eifrigen 
Männer wollten die Wichtigen Wahrheiten, die das Werk enthielt, 
so weit als möglich verbreiten. 
Es wird kaum nöthig sein, dass ich noch Weitere Beispiele 
anführe, um zu zeigen, wie die Geschichte im Mittelalter geschrie- 
ben wurde; denn die obigen Proben sind nicht aufs Geradewohl 
genommen, sondern aus den vorzüglichsten und berühmtesten Schrift- 
stellern gesammelt und geben so noch ein sehr günstiges Bild von 
der Kenntniss und dem Urtheil Europa's in jenen Tagen. Im 
14. und 15. Jahrhundert erschienen zuerst schwache Zeichen einer 
herannahenden Aenderung; H5) aber erst spät im 16. oder gar 
erst im Anfang des 17. Jahrhunderts wird diese Besserung ernst- 
lich fühlbar. Die Hauptschritte in dieser interessanten Bewegung 
werden in einem andern Theil dieser Einleitung nachgewiesen wer- 
den. Dort werde ich zeigen, dass zwar im 17. Jahrhundert der 
Fortschritt unverkennbar war, dass aber erst in der Mitte des 
18. Jahrhunderts ein Versuch gemacht wurde, die Geschichte unter 
einen umfassenden Gesichtspunkt zu bringen. Der Gegenstand 
wurde zu der Zeit zuerst von den grossen Französischen Denkern, 
dann von einem oder zwei Schotten und einige Jahre später von 
den Deutschen aufgenommen. Diese Reform in der Geschichte 
stand, wie ich zeigen werde, in Verbindung mit andern intellectuellen 
Umschwungen, die ihr entsprechen und die auf die socialen Ver- 
hältnisse aller Hauptländer Europas Einfluss ausübten. Ich will 
hier nicht vergreifen, sondern nur bemerken, dass vor dem Ende 
des 16. Jahrhunderts nicht nur keine Geschichte geschrieben wurde, 
als dass er es übersetzt habe, denn aus 15,000 Zeilen von Wucds Brut macht er 
32,000 Zeilen seines eigenen Unsinns. Siehe Sir F. Maddm, Prcface to Laymnoofs 
Brut I, Seite XIII. Ich kann mich nicht enthalten, auf den grossen philologischen 
Werth dieses Werks von Layamon aufmerksam zu machen. Sein gelehrter Heraus- 
geber hat einen wesentlichen Beitrag zum Studium der Geschichte der Engl. Sprache 
geliefert. Was aber Layamon selbst betrifft, so können wir über ein Zeitalter, in dem 
er für eine Zierde galt, nur erstaunen.    
444) Wright II, 151, 207; Ilallßvrfs Litemture of Europa I, 35. 
H5) Davon ist Froissart das erste Beispiel, denn er ist der Erste, der die Dinge 
unter einem weltlichen Gesichtspunkt betrachtete, während vorher alle Historiker 
wesentlich theologisch waren. Auch in Spanien finden wir spät im 14. Jahrhundert 
den Anfang eines politischen Geistes unter den Historikern. Siehe Ticknor (Hist. of 
Spanish lit. I, 165, 166) über Ayala, wo jedoch Herr Ticknor Froissart unweltlicher 
darstellt, als er wirklich war.
        

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