Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008767
histor. 
der 
Literatur 
im ßlittelaltcr. 
279 
ganz und gar aus Bärten von Königen gemacht waren, die er er- 
schlagen hatteßü"). 
Dies waren die Mittheilungen, die unter dem Namen der Ge- 
schichte im 12. Jahrhundert der Welt vorgelegt wurden und nicht 
etwa durch ohscure Schriftsteller, sondern durch hohe Würdenträger 
der Kirche. Und es fehlte an nichts, was den Erfolg des Werkes 
sichern konnte. Seine Vertreter waren der Erzdeehant von Mon- 
mouth und der Erzdeehant von Oxford; es war Robert Earl of 
Gloucester, dem Sohne Heinrichs des Ersten, dedicirt und galt 
für einen so bedeutenden Beitrag zur Nationalliteratur, dass sein 
Hauptverfassei- zum Bischof von Asaph erhoben wurde;  es hiess 
ausdrücklich, er verdanke diesen Erfolg seinen Untersuchungen 
über die Englische Geschichteßw) Ein Buch, dem so alle mög- 
lichen Zeichen der Anerkennung aufgedrückt waren, ist sicherlich 
kein schlechter Maassstab für das Zeitalter, in dem es bewundert 
wurde. Dies Gefühl war wirklich so allgemein, dass mehrere Jahr- 
hunderte hindurch sich nur zwei oder drei Kritiker finden, die an 
seiner Wahrhaftigkeit zweifeln! 4  Ein Lateinischer Auszug aus 
dem Buche wurde durch den bekannten Historiker Beverly ver- 
öffentliehtf ' 1) und um ihn allgemeiner zu verbreiten, wurde er 
in's Englische von Layamon ' ' 3) und ins Anglo-Normannisehe zuerst 
Q 
w") "Hie nanzqzw ex barbis regum quos pcromcrai, feuerat sibi pcllcs, et manrla- 
verat Arturo u! barbam suam cliligenter excorireret, afqzee excoriztlanz sibi rZi-rigeret; ut 
qucmadvnodum zpse caeteris pmeerat regibus, im quoque in ltonormn ßjus ccteris barbis 
qmm superponeret. Gaäfl, Hist. Brit. 184- 
410)Lz_'fe of Geofrey 0f'M0nmouth in Wriglafs Biogen brät. lit. II, 144. Nach 
den Wälischen Schriftstellern war er Bischof von Llandaff; siehe Stephans, Literature 
of tlw Kymery 323. 
m) Wright (II, 146) sagt: "Hundert Jahre nach seiner ersten Veröffentlichung 
wurde es von Schriftstellern über die Engl. Geschichte ganz allgemein benutzt und 
mehrere Jahrhunderte hindurch finden sich nur ein oder zwei Beispiele davon, dass 
man seine Wahrheit in Zweifel gezogen." Und Sir H. Ellis sagt von Polydore Vergil, 
dcr im Anfang des 16. Jahrhunderts schrieb: "Weil er Geoffrey von MonmoutHs Ge- 
schichte verwarf, wurde er fast für wahnsinnig gehalten. Das waren die Vorurtheile 
jener Zeitr" Polydorß Vcrgifs English ltist. I, 10. Ueber seine Popularität siehe 
Lappcnbcrg, Hist. of tlw AMQZO-SMZOM kings I, 102. 1m 17. Jahrhundert, dem ersten 
skeptischen in Europa, gingen den Leuten über diese Dinge die Augen auf; und 
Boyle (Werks IV, 425) stellt die märchenhaften Arbeiten des Herkules und die Thaten 
des Königs Arthur auf eine Linie. 
m) Wrighl, Biogr. Brit. lit. II, 156; Turner, Hist. of England VII, 282. 
m) Nach Wright (II, 439) wurde es von Wace übersetzt; aber man würde rich- 
tiger sagen, Layamon machte die Absurditäten Geoflfreyis zur Grundlage seines Werks,
        

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