Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008698
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der 
Ursprung 
Zustand 
und 
Geschichte 
von Sinnen war, auf einem Misthaufen einschlief und in diesem 
sohmählichen Zustande von einer Schweinefamilie entdeckt wurde. 
Die Schweine üelen über den umgefallenen Propheten her und er- 
stickten ihn. Desswegen verabscheuen seine Anhänger die Schweine 
und essen kein Schweinefleisch") Dieser merkwürdige Vorfall 
erklärt eine Haupteigenheit der Mahomedanerf") und ein eben so 
merkwürdiger Vorfall erklärt, wie ihre Secte überhaupt entstand. 
Denn es war wohl bekannt, dass Mahomed ursprünglich ein Car- 
dinal war und nur darum ein Ketzer wurde, weil ihm seine Ab- 
sicht, Papst zu werden, fehlschlugß") 
Hinsichtlich der ältesten Geschichte des Ohristenthums waren 
die Geschichtschreiber des Mittelalters besonders wissbegierig und 
haben uns das Andenken von Begebenheiten erhalten, über die 
wir sonst gänzlich im Dunkeln geblieben sein würden. Nach 
Froissart war der berühmteste Historiker des 14. Jahrhunderts ohne 
Zweifel Mathew von Westminster, dessen Name wenigstens den 
meisten Lesern bekannt ist. Dieser ausgezeichnete Mann. wandte 
seine Aufmerksamkeit unter andern der Geschichte des Judas zu, 
um die nähern Umstände zu entdecken, unter denen sich der 
30) Matth. Paris, Hist. maj. 362. Er schliesst seinen Bericht mit den Worten: 
"Unde adhuc Saraceml szves pfae ceteris animalibus exosas habent et abom-inabiles." 
Mathew hatte seine Nachricht von einem Geistlichen, den er "quendam magni nominis 
celebrem praedicatozevn" nennt, 360. Und nach ihm erstickten die Schweine nicht nur 
Mahomed, sondern verzehrten ihn auch zum grössten Theil: "in max-ima parte a porcis 
corrosum imzenerunt." Flares histor. I, 215. 
81) Sonderbar, dass dagegen die Mahomedaner in Afrika noch jetzt glahben, „die 
Christen hätten eine grosse Abneigung gegen die Schweine." Munyo Park, Travels I, 
185. Viele medicinische Schriftsteller haben angenommen, Schweineileisch sei in heissen 
Ländern besonders ungesund; dies erfordert jedoch erst Bestätigung; gewiss ist, dass 
Arabische Aerzte es empfehlen und dass es in Asien und Afrika viel allgemeiner ge- 
gessen wird, als man gewöhnlich glaubt. ßpa-engel, Hisi. de la anädecioze II, 323; 
Volney, Voyage m Syrie I, 449; Buchamaris Joumey tkrougk the Mysore II, 88, 
III, 57; Rafle, Hzlst. qf Java II, 5; Ellis, Hist. Qf Madaguscar I, 201, 403, 416; 
Oooläs Voy. II, 265; Burncs, Travels into Bokhara III, 141. Da solche Thatsachen 
physiologische und sittliche Wichtigkeit haben, so sollten sie gesammelt werden; ich 
füge daher hinzu, dass die Nordamerikanischen Wilden einen Widerwillen gegen 
Schweinelleisch haben sollen. Journ. qf the geogr. society XV, 30 und dass Dobell 
(Trau. II, 260) sagt: „In China, glaube ich, wird mehr Schweineüeisch gegessen als 
in der ganzen übrigen Welt." 
ü) Dies war eine Lieblingsidee des Mittelalters und soll von Rabbinern erfunden 
worden sein. Lettres de Gui Patin III, 127: "que Malwlmet, Ze faux prophäte, axvait 
ätä cardinal; et que, pur deänit de afavoir e'te' pape, ü afätoit fait häräsiarque."
        

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