Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008671
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Geschichte 
Ursprung der 
und Zustand 
war es bekannt, dass der Orden des heiligen Michael durch den 
Erzengel Michael in Person gestiftet worden war. Er war selbst 
der erste Ritter und das ganze Ritterthum verdankt ihm in der 
That seinen Ursprung") Die Tartaren stammten natürlich vom 
Tartarus ab. Dieser war nach einigen Theologen eine unterge- 
ordnete Hölle, aber andere erklärten, er wäre die Hölle selbstF 6) 
Wie dies auch sei, dass sie in der Unterwelt geboren seien, litt 
keinen Zweifel und wurde noch durch allerlei Umstände bewiesen, 
welche den verhängniss- und geheimnissvollen Einfluss, den sie 
auszuüben im Stande waren, zeigten. Denn die Türken waren 
mit den Tartaren identisch und es war allbekannt, dass seitdem 
das Kreuz in Türkische Hände gefallen war, alle christlichen Kin- 
der zehn Zähne weniger als früher bekommen hatten, ein so all- 
gemeines Unglück, dass es gar kein Heilmittel dagegen zu geben 
schien") 
 
breitete Sagen im Mittelalter gewesen zu sein; und er führt Monzjfaucou, Monumens 
de la man, Fremguise II, 329 als Beweis an, dass nach den Statuten des Ordens vom 
heil. Geist „ jährlich ein Kapitel der Ritter in dem Oastello ovä iucuntuti in mirabili 
perioulo gehalten werden musste." 
75) In MüVs Hist. of chivulry I, 363, 364 heisst es: Der Orden des heil. Michael 
in Frankreich behauptet in gerader Linie von dem Erzengel Michael abzustammen, 
der nach den erleuchteten Französischen Alterthumsferschern der erste Oavalier in der 
Welt war und der den ersten chevaleresken Orden im Paradiese selbst gestiftet 
haben soll. 
76) Die Etymologie der Tartaren vom Tartarus wird in Pritchards Physicul hisl. 
IV, 278 der Frömmigkeit des heil. Ludwig zugeschrieben; es ist mir jedoch, als hätte 
ich sie schon früher gefunden, kann aber den Beleg nicht wieder finden; die früheste 
Nachricht, die ich linden kann, ist von 1241. Damals war der Heilige 26 Jahre alt. 
Siehe einen Brief von dem Kaiser Friedrich in Muitlzäi Paris, Hist. major 497: 
"Perveuissent dicti Turtaxri (imo Tarturez) etc., und über den Ausdruck des heiligen 
Ludwig siehe S. 496: „Quas Ivocmnus Tdrtaros dd suus Tartareus aedes." Seit dem 
13. Jahrhundert hat der Gegenstand die Aufmerksamkeit der Englischen Gottesgelehr- 
ten auf sich gezogen, und der berühmte Mann Gottes Whiston erwähnt als „seine 
letzte famose Entdeckung, oder vielmehr als die Wiedererweckung der famosen Ent- 
deckung des Dr. Giles Fletseher, dass die Tartaren nichts Anderes als die zehn Stämme 
Israels wären, nach denen man so lange vergebens gesucht." Memoirs of the lzfe 
und writiugs of W. Whistou 575. Vergleiche Journal Asiutique, I. sörie, VI, 374, 
Paris 1825. 
'17) Peignot (Dict. des Zirres II, 69) sagt: "Rigord in seiner Geschichte Philipp 
Angusfs versichere seine Leser, gue depuis que la vruie croix a ätä you've" pur Zes Turcs, 
les eufants rüont plus que 20 ou 23 dents, au Zieu qzdils eu owaieut 30 ou 32 au- 
pur-warnt." Selbst im 15. Jahrhundert glaubte man, dass die Zahl der Zähne sich 
von 32 auf 22 oder höchstens 24 vermindert habe. Siehe Sprengel, Hist. de Zu m5.
        

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