Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008643
der histor. 
Literatur im Mittelalter. 
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die einzelnen Glieder einer so: glorreichen Herkunft gewesen. Darüber 
jedoch herrschte eine gewisse Uebereinstimmung; so, um nicht von 
geringem Völkern zu reden, wurde zugegeben, dass die Franzosen 
von Francus abstammten und Jedermann wusste, dass der ein 
Sohn Hektofs war; undeben so ausgemacht war es, dass die 
Briten von Brutus stammten, dessen Vater Niemand Geringeres 
als Aeneas selbst warff") 
Ueber den Ursprung der verschiedenen Städte sind die grossen 
Historiker des Mittelalters eben so mittheilend. In den Nachrichten 
von ihnen sowohl als in der Lebensbeschreibung grosser Männer 
beginnt die Geschichte gewöhnlich in uralten Zeiten, und die Be- 
gebenheiten, die mit ihrem Gegenstande verknüpft sind, gehen oft 
in ununterbrochener Reihe zu dem Augenblick zurück, wo Noah 
die Arche oder Adam die Thore des Paradieses verliessfi") Bei 
andern Gelegenheiten ist das Alterthum, das sie ihrem Gegenstande 
zuschreiben, etwas geringer; aber ihre Nachrichten reichen immer 
ausserordentlich weit hinauf. Sie sagen, Paris sei nach Paris, dem 
ältesten Geschichte Frankreichs. Die Antwort hat uns ein Historiker des 13. Jahrh. 
aufbewahrt: "Mächtigster König! wie die meisten Völker Europe's stammen auch die 
Franken von den Trojanern ab." Matthäi Paris, Hist. major 59. S. auch Reg. de Hov. 
in Somptores post Bedam 274. Ueber die Abstammung der Briten von Priamus und 
Aeneas s. Matthäi, Westmomzst. ßores kistoriaruwn I, 66. Im 14. Jahrhundert galt ihr 
Trojaniseher Ursprung für eine ausgemachte Thatsache in einem Brief an den Pabst 
Bonifaeius von Eduard 1., unterzeichnet von dem Englischen Adel. S. Wartorfs Hist. 
of Engl. poetry I, 131, 132 und Oampbelliw: Lives of tke ahanoellors I, 185. 
59) Die allgemeine Meinung war, dass Brutus oder Brute ein Sohn von Aeneas 
gewesen; einige Historiker jedoch versicherten, er sei sein Grossenkel. Siehe Turner, 
Hist. of Mgland I, 63, VII, 220. 
60) In den Noten zu Olwomele of London from 1089 to 1483, S. 183-187, Aus- 
gabe 1827, ist ein Stammbaum, worin die Geschichte der Bischöfe von London zurück- 
geführt wird nicht nur bis zu der Auswanderung Brutus' von Troja, sondern sogar 
bis zu Noah und Adam. Eben so schreibt Goropius in seiner Geschichte von Ant- 
werpen aus dem 16. Jahrhundert: „ 170ml zoowel de Nederlandsehe mal als de wys- 
bcgeerde zum Orpheus in the m-k mm Noaek." Van Kumpan, Geschiedvnis der letzteren 
I, 19. Siehe auch 86. Im 13. Jahrhundert, sagt Mathew Paris (Historie: major 352): 
"seine Genealegie wird in den Geschichten der Angeln bis zu Adam, unserm Erzvater, 
hinaufgeführt." Siehe auch Mattkäi, Westmonaet. jlores historiwrum I, 323, 324, 415. 
In Willimn of Malwwsburyhv Ohronicle, scripforea post Bedam, S. 22, wird der Stamm- 
baum der Sächsischen Könige bis zn Adam zurückgeführt. Andere Beispiele in einer 
Note zu Linyardäs Hist. of Enyl. I, 403; und Ticknor (Hiet. of Spanisk lät. I, 509) 
bemerkt, dass die Spanischen Chronikenschreiber "eine ununterbrochene Folge Spani- 
Scher Könige seit Trubel, einem Enkel Noalfs, geben."
        

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