Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008479
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Ursprung 
der 
Geschichte 
und Zustand 
dere Verfahrungsart geprüft werden könnten, die ich noch nicht er- 
wähnt habe, die aber mit unserem Gegenstände aufs Innigste 
zusammenhängt: wenn wir nämlich mit der Untersuchung des Fort- 
schritts der Menschheit eine Untersuchung über den Fortschritt der 
Geschichte selbst verbinden. Dadurch wird viel Licht auf die Be- 
wegung der Gesellschaft geworfen, weil immer eine Verbindung der 
Art und Weise, wie die Menschen das Vergangene betrachten, mit 
der Art und Weise bestehen wird, wie sie das Gegenwärtige be- 
trachten; denn beide Betrachtungen sind in der That nur verschie- 
dene Formen derselben Gewohnheit zu denken und stellen daher 
in jedem Zeitalter eine gewisse Sympathie und Uebereinstimmung 
mit einander dar. Dabei wird sich Ünden, dass solch eine Unter- 
suchung der Geschichte der Geschicke, wie ich sagen könnte, zwei 
Hauptthatsachen von grosserBedeutung feststellen wird. Die erste ist, 
dass während der letzten drei Jahrhunderte die Historiker als eine 
Klasse eine immer wachsende Achtung gegen den menschlichen Ver- 
stand und einen Widerwillen gegen die unzähligen Veranstaltungen, 
wodurch er früher gefesselt wurde, gezeigt haben. Die zweite That- 
sache ist, dass sie während derselben Periode sich immer mehr in 
der Neigung bestärkt haben, Gegenstände zu vernachlässigen, die 
vormals für höchst wichtig galten und sich lieber mit Gegenständen 
beschäftigt haben, welche den Zustand des Volks und die Ausbrei- 
tung von Kenntnissen betrafen. Diese beiden Thatsachen werden 
in dieser Einleitung aufs Entschiedenste bewiesen werden, und man 
muss zugeben, dass ihr Vorhandensein die Principien bestätigt, die 
ich dargelegt habe. Wenn es ausgemacht werden kann, dass mit 
der Verbesserung der Gesellschaft die historische Literatur sich be- 
ständig nach einer bestimmten Richtung geneigt hat, so scheint die 
Wahrheit der Ansichten, denen sie sich offenbar nähert, viel für 
sich zu haben. In der That macht eine Wahrscheinlichkeit dieser 
Art Jedem, der eine besondere Wissenschaft studirt, die Bekannt- 
schaft mit ihrer Geschichte äusserst wichtig, denn man kann alle- 
mal sehr gut annehmen, wenn die Wissenschaft im Allgemeinen 
fortsehreitet, dass dann auch jeder einzelne Zweig derselben, falls 
fähige Männer sich ihm widmen, ebenfalls fortschreiten werde, 
selbst wenn die Resultate so gering gewesen sein sollten, dass sie 
keiner Beachtung weith geschienen. Daher wird es höchst wichtig 
zu beobachten, wie in der Folge der Zeit die Historiker ihren Stand- 
punkt verändert haben; denn wir werden finden, dass solche Ver- 
änderungen auf die Länge immer nach derselben Richtungl hindeu-
        

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