Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008444
Literatur 
und 
Staatsregierung. 
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und von weiteren Forderungen abzustehen verspricht. Und was 
alles dies noch unerträglicher macht, ist der Gebrauch, der von 
diesen und ähnlichen Auflagen "gemacht wird, die man von allen 
Arten körperlicher und geistiger Industrie erpresst. Es ist Wahrlich 
eine schreckliche Betrachtung, dass das Wissen gehindert und dass 
der Ertrag redlicher Arbeit und ausdauernden Denkens und manch- 
mal tiefen Genies vermindert werden soll, damit ein grosser Theil 
dieses armseligen Verdienstes den Prunk eines miissigen und un- 
wissenden Hofes vermehre, der Laune Weniger mächtigen Indivi- 
duen diene und ihnen nur zu oft die Mittel gebe, den Reichthum, 
den das Volk geschaffen hat, gegen das Volk selbst zu Wenden. 
Diese und die vorhergehenden Ausführungen über die Wirkungen, 
Welche durch politische Gesetzgebung auf die Europäische Gesell- 
schaft hervorgebracht Werden sind, sind keine Hypothesen oder 
Schlüsse, die man anzweifeln könnte, sondern von der Art, dass 
sie jeder Leser der Geschichte sich bestätigen kann. Ja einige dieser 
Wirkungen sind noch in England thätig; und in einem oder dem 
andern Lande kann man sie alle in vollem Gange finden. Nimmt 
man sie alle zusammen, so bilden sie eine so furchtbare Sammlung, 
dass wir uns mit Recht wundern dürfen, wie ihnen gegenüber die 
Civilisation fortschreiten konnte. Dass sie unter solchen Umständen 
fortgeschritten ist, beweist entschieden für die ausserordentliche 
Energie des Menschen und rechtfertigt den zuversichtlichen Glauben, 
dass, nun der Druck der Gesetzgebung sich vermindert hat und der 
menschliche Geist weniger gehindert ist, der Fortschritt mit be- 
schleunigter Schnelle von Statten gehen werde. Aber es ist wider- 
sinnig, ja es wäre _ein Hohn gegen alle gesunde Vernunft, der 
Gesetzgebung auch nur irgend einen Antheil an dem Fortschritt zu- 
zuschreiben oder von künftigen Gesetzgebern irgend eine Wohlthat 
zu erwarten, ausgenommen die Wohlthat, das abzuschaffen, was 
ihre Vorgänger verordnet. Dies ist es, was die gegenwärtige 
Generation von ihnen verlangt; und man sollte sich erinnern, was 
die eine Generation als eine Gunst verlangt, das fordert die nächste 
als ein Recht. Und wenn das Recht hartnäckig abgeschlagen, so 
ist immer Eins von Beiden eingetreten: entweder die Nation ist 
zurückgegangen oder das Volk hat sich empört. Bleibt die Regie- 
rung fest auf ihrem Kopf bestehn, so ist dies das grausame Dilemma, 
in dem die Menschen sich befinden. Unterwerfen sie sich, so schä- 
digen sie ihr Vaterland; empören sie sieh,_so mögen sie es noch 
mehr schädigen. In allen Monarchien des Örients war es ihre Ge-
        

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