Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008352
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der 
Einfluss 
Religion, 
liehen Freiheit zu überlassen. Als diese grosse Reform vollendet 
war, wurde Alles gerade auf den Fuss gesetzt, als wenn die Gesetz- 
geber sich nie hineingemischt hätten. Ganz die nämliche Bemer- 
kung gilt von einer andern Hauptverbesserung in der neueren Gesetz- 
gebung, nämlich von der Abnahme der religiösen Verfolgung. Dies 
ist ohne Zweifel eine ungeheure Wohlthat; freilich ist sie noch 
immer, auch in den civilisirtesten Ländern, nur unvollkommen ver- 
wirklicht. Aber offenbar besteht die Vergünstigung nur darin, dass 
die Gesetzgeber ihre Schritte zurückgethan und ihr eignes Werk 
ungeschehn gemacht haben. Dies ist der Weg, den die humansten 
und aufgeklärtesten Regierungen eingeschlagen. Die ganze Rich- 
tung und Absicht der neueren Gesetzgebung ist, die Dinge wieder 
in das natürliche Bette ihres Verlaufs zurückzuleiten, aus welchem 
die Unwissenheit früherer Gesetzgebung sie herausgerissen hat. 
Dies ist eine der grossen Aufgaben unserer Zeit, und wenn die 
Gesetzgeber sie gut erfüllen, werden sie den Dank der Menschheit 
Verdienen. Aber obgleich wir so einzelnen Gesetzgebern zu Dank 
verpflichtet sein mögen, den Gesetzgebern als einer Klasse sind wir 
keinen Dank schuldig. Denn da die werthvollsten Verbesserungen 
in der Gesetzgebung die sind, welche eine frühere Gesetzgebung 
aufheben, so ist es einleuchtend, dass das Uebergewieht des Guten 
nicht auf ihrer Seite sein kann. Es ist klar, dass wir den Fort- 
schritt der Givilisation nicht denen verdanken können, die in den 
bedeutendsten Puncten so viel Unheil gestiftet haben, dass ihre N ach- 
folger als Wohlthäter gefeiert werden, bloss weil sie das Gegentheil 
von ihrer früheren Politik thun und die Dinge wieder zu dem Zu- 
stande zurückführen, in dem sie geblieben sein würden, wenn die 
Politiker ihnen erlaubt hätten, den Verlauf fortzusetzen, welchen das 
Bedürfniss der Gesellschaft verlangte. 
Die Ausdehnung, in welcher die regierenden Klassen sich ein- 
gemischt, und die verderblichen Folgen dieser Einmischung sind so 
auifallend, dass denkende Menschen sich wundern müssen, wie An- 
 gesichts solcher wiederholten Hemmnisse die (livilisation noch fort- 
rücken konnte. In einigen Europäischen Ländern sind diese Hinder- 
nisse in der That uniibersteiglich gewesen und sie haben den 
nationalen Fortschritt zum Stillstand gebracht. Selbst in England, 
wo aus Gründen, die ich sogleich anführen werde, seit Jahrhun- 
derten die höheren Klassen weniger mächtig gewesen sind als 
anderswo, ist so viel Unheil angerichtet worden, dass es, wenn 
auch geringer als in andern Ländern, doch ernsthaft genug ist, um
        

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