Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006066
Hülfsquellen bei 
der 
Geschichtsforschung. 
So zerstört im einfachen Fortschritt der menschlichen Gesell- 
schaft die wachsende Einsicht in die Gesetzmässigkeit der Natur 
die Ansicht vom Zufall und setzt die von der nothwendigen Ver- 
kettung an ihre Stelle. Und ich halte es für höchst wahrscheinlich, 
dass aus diesen beiden Anschauungen vom Zufall und von der 
Nothwendigkeit später die Dogmen vom freien Willen und von der 
Vorherbestimmung entsprungen sind. Auch ist es nicht schwer 
sich vorzustellen, wie bei vorgerückter Entwicklung der Gesell- 
schaft diese Verwandlung eintreten werde. Sobald die Anhäufung 
des Reichthums einen gewissen Punkt erreicht hat, wird in jedem 
Lande der Ertrag der Arbeit eines Jeden mehr als hinreichend für 
seinen Unterhalt; es ist daher nicht mehr nöthig, dass Alle arbei- 
ten; und es bildet sich eine eigne Klasse, deren Mitglieder ihr Le- 
ben grösstentheils im Genuss von Vergnügungen hinbringen, einige 
Wenige jedoch mit der Erwerbung und Verbreitung von Kenntnis- 
sen. Unter diesen lctztern finden sich immer Einige, Welche die 
Begebenheiten der Aussenwelt bei Seite setzen und ihre Aufmerk- 
samkeit der Erforschung ihres eignen Geistes zuwenden; 4) und 
wenn dies Männer von grossem Talent sind, werden sie die Grün- 
4) Ueber das Verhältniss dieser Erscheinung zu der vorgängigen Erzeugung von 
Wohlstand siehe Tetmcmamz, Geschichte der Philosophie I, S. 30. "Ein gewisser Grad 
von Cultur und Wohlstand ist eine nothwendige äussere Bedingung der Entwicklung 
des philosophischen Geistes. So lange der Mensch noch mit den Mitteln seiner Exi- 
stenz und der Befriedigung seiner thierischen Bedürfnisse beschäftigt ist, so lange 
geht die Entwicklung und Bildung seiner Geisteskräfte nur langsam von Statten, und 
er nähert sieh nur Schritt vor Schritt seiner Vernunftthiitigkeitu" Daher-finden 
wir, dass man nur bei den Nationen anfing zu philosophiren, welche sich zu einer 
beträchtlichen Stufe des Wohlstandes und der Cultur emporgehoben hatten." Daher, 
was ich im folgenden Kapitel werde darzuthun haben, die ausserordentliche Wichtig- 
keit der Naturerscheiuungen, die den Erscheinungen des Denkens vorhergehn und sie 
oft bestimmen. In der Geschichte des griechischen Geistes können wir den Uebergang 
von physischen zu metaphysischen Untersuchungen genau verfolgen. Grete, Geschichte 
von Griechenland IV, S. 519. Engl. Ausg. v. 1847. Dass die Atomenlehre in ihrem 
Verhältnisse zum Zufall ein natürlicher Vorläufer des Platonismus war, bemerkt Braus- 
mis, Exa-mcn des doctrines mädicalcs I, S. 53, 54, ein gutes wiewohl einseitiges Werk. 
Vergl. über den Zufall der Atomisten Ittttcräs Geschickte der alten Philosophie I, wo 
er von dieser Hypothese sagt, „sie zerstöre alle Kraft des Geistes", folglich streite 
sie mit der psychologischen Ansieht, die darauf eintrat und den Sieg davontrug. 
Uebcr die Naturforschung als Vorläuferin der Philosophie sagt Diogenes Laertius: 
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