Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008183
Literatur und 
Staatsregierung. 
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Ursaehe ihres Fortschritts. Wenn wir sie aber unter einem kleineren 
Maassstabe betrachten oder, wie man es nennt, einen praktischen 
Ueberblick über eine kurze und specielle Periode nehmen, so wer- 
den gelegentlich Umstände eintreten, die diese allgemeine Ordnung 
stören und den natürlichen Verlauf anscheinend umkehren. Und 
dies kann, wie in allen solchen Fällen, nur aus den Eigenheiten 
einzelner Menschen entspringen, welche unter dem Einfluss niederer 
Gesetze, wie sie individuelle Handlungen bestimmen, im Stande 
sind durch ihr Genie und ihre Kraft in die Wirkung jener grösseren 
Gesetze, welche grosse Gesellschaften regieren, einzugreifen. Um- 
stände, die noch ein Greheimniss sind, bringen von Zeit zu Zeit 
grosse Denker hervor, welche ihr Leben einem einzigen Zweck 
widmen und so im Stande sind, den Fortschritt des Menschenge- 
schlechts vorweg zu nehmen und eine Religion oder eine Philosophie 
hervorzubringen, welche schliesslieh eine bedeutende Wirkung aus- 
üben. Wenn wir aber in die Geschichte blicken, werden wir deut- 
lieh wahrnehmen, wenn auch der Ursprung einer neuen Meinung 
einem Einzelnen zukommen mag, dass ihr Erfolg doch von dem 
Zustande des Volks abhängt , unter dem sie verbreitet wird. Ist 
eine Religion oder eine Philosophie einem Volke zu weit voraus, 
so kann sie für den Augenblick keine Dienste leisten, sondern muss 
die Zeit abwarten, bis die Geister für ihre Aufnahme reif sind. 
Den meisten Lesern der Geschichte werden sich unzählige Beispiele 
davon darbieten. Jede Wissenschaft und jeder Glaube hat seine 
lllartyrer, Männer, die sich der Verleumdung, ja dem Tode aus- 
gesetzt sahen, weil sie mehr wussten als ihre Zeitgenossen und 
weil die Gesellschaft noch nicht hinlänglich fortgeschritten war, um 
die Wahrheiten aufzunehmen, welche sie mittheilten. 1m gewöhn- 
lichen Lauf der Dinge vergehen ein Paar Generationen und dann 
tritt eine Zeit ein, wo die nämlichen Wahrheiten als Gemeinplätze 
angesehen werden, und noch etwas später kommt eine Zeit, wo 
sie für nothwendig erklärt werden und wo sich selbst der dümmste 
Verstand wundert, wie sie nur jemals haben Widerspruch finden 
können. So kommt es, wenn der nlenschliehe Geist freies Spiel 
haben und sich mit leidlieher Freiheit der Anhäufung und Verbrei- 
werden sich immer darüber beklagen müssen, bis sie entdecken, dass eine gewisse 
Civilisation der Bekehrung vorhergehn oder sie wenigstens begleiten müsse. Eben so 
Hallqetüs Nales an llze Norilz American Indizms 352, 353 und Combe, Norik A-ßnßrica 
l, 250, II, 353. 
        

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