Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008171
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der Religion, 
Einüuss 
ein solches Bekenntniss nur nominell ist und dass diese unwissen- 
den Stamme zivar die Oerernonieen der neuen Religion, aber keines- 
wegs die Religion selbst angenommen haben. Sie nehmen die 
Aeusserlichkeiten an, weiter gehen sie nicht. Sie mögen ihre Kinder 
taufen, das Abendmahl nehmen und in die Kirche strömen. Alles 
das mögen sie thun und doch von dem Geist des Christenthums 
noch eben so weit entfernt sein als damals, wie sie vor ihren 
Götzen knieten. Die Gebräuche und Formen einer Religion liegen 
an der Oberfläche, sind leicht zu sehen und zu lernen und werden 
daher leicht von denen nachgeahmt, die zu dem, was darunter 
liegt, nicht hindurchdringen können. Nur diese tiefere und inner- 
liche Aenderung ist von Dauer und eine solche kann der Wilde 
nie erfahren, so lange er in eine Unwissenheit versunken ist, die 
ihn auf gleiche Stufe mit den wilden Thieren stellt, von denen er 
umgeben ist. Nimm ihnen ihre Unwissenheit, dann mag die Re- 
ligion Eingang finden. Nur auf diesem Wege lässt sich am Ende 
etwas Gutes bewirken. Nachdem ich die Geschichte und den Zu- 
stand barbarischer Nationen sorgfältig studirt habe, versichere ich 
mit voller Ueberzeugung, dass es keinen wohlbeglairbigten Fall 
giebt, in Welchem irgend ein Volk dauernd zum Christenthum be- 
kehrt wäre, wenn nicht die Missionare Kenntnisse sowohl als 
Frömmigkeit besassen und die Wilden mit der Gewohnheit des 
Denkens vertraut gemacht, so ihren Verstand aufgestachelt und 
sie zur Aufnahme der religiösen Principien vorbereitet haben, die 
sie ohne solche Gernüthserhebung nimmer hätten verstehen können? 4) 
Auf diese Weise ist die Religion der Menschen, wenn wir die 
Dinge im eGrossen und Ganzen betrachten, die Wirkung, nicht die 
'14) Ein Schriftsteller von grossem Gewicht hathierüber einige Bemerkungen ge- 
macht, die beachtenswerth sind: "Damals drangen die Jesuiten in China ein, um das 
Evangelium zu predigen; sie bemerkten sehr bald, (lass eins der wirksamsten Mittel, 
sich dort zu halten und den Augenblick abzuwarten, welchen der Himmel für die 
Aufklärung dieses grosscn Reichs bestimmt hätte, die Ausbreitung astronomischer 
Kenntnisse wäre". Jllonlucla, Ilzlst. des mmihematiqvoes I, 468, Il, 586, 587. Cuvier 
deutet leise dasselbe an. Er sagt von Emery: "Er erinnerte sich, dass die Epoche, 
in der das Christenthum die meisten Fortschritte gemacht und seine Diener die grösste 
Achtung genossen hatten, diejenige war, wo sie den bekehrten Völkern das Licht der 
Wissenschaften zugleich mit den Wahrheiten der Religion brachten und wo sie unter 
den Nationen zugleich den ersten und den aufgeklärtesten Stand bildeten. Ouvier, 
ldloges llisftwiqites III, 170. Selbst Southey (Hist. of Brazil II, 378) sagt: "Die 
Missionäre haben sich inuner über den Wankelmuth ihrer Bekehrten beklagt und sie
        

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