Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008058
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Einfluss 
der 
Religion, 
gelitten hat und Weil es weniger im Guten oder Bösen von jenen 
mächtigen, aber sehr oft unfähigen Männern eine Einmischung er- 
litten hat, denen die Verwaltung der öffentlichen Angelegenheiten 
anvertraut wird. 
Aus diesen Gründen und ganz und gar nicht aus jenen Mo- 
tiven, die man mit dem Namen des Patriotismus schmückt, habe 
ich mich entschlossen, die Geschichte meines Vaterlandes zu schrei- 
ben und sie der Geschichte aller anderen Länder vorzuziehen, und 
zwar sie so vollständig und so erschöpfend zu schreiben, wie der 
jetzt vorhandene Stoff es mir erlauben wird. Aber da die schon 
angeführten Umstände es unmöglich machen, die Gesetze der Ge- 
sellschaft durch das Studium der Geschichte einer einzelnen Nation 
zu entdecken, so habe ich die vorliegende Einleitung verfasst, um 
einigen von den Schwierigkeiten, die diesen grossen Gegenstand 
umgeben, zu begegnen. ln den ersten Kapiteln habe ich die Grenzen 
des Gegenstandes im Ganzen zu bestimmen und die möglichst breite 
Grundlage,  worauf er ruhen könnte, festzustellen gesucht. So zeigte 
sich mir die Civilisation in zwei grosse Theile zerspalten, die Eu- 
ropäische Abtheilung, in der der Mensch mächtiger ist als die 
Natur, und die aussereuropäische Abtheilung, in welcher die Natur 
mächtiger ist als der Mensch. Dies hat uns zu dem Schlusse ge- 
führt, dass nationaler Fortschritt, verbunden mit Volksfreiheit, in 
keinem anderen Welttheil als in Europa entstehen konnte, wo also 
der Aufschwung der wahren Civilisation und die Eroberungen des 
Menschengeistes über die N aturmäehte allein studirt werden können. 
Nachdem wir so die Uebermacht der geistigen Gesetze über die 
natürlichen als die Grundlage der Europäischen Geschichte erkannt, 
war unser nächster Schritt die geistigen Gesetze in moralische und 
intellectuelle aufzulösen und den grösseren Einfluss der intellectuellen 
auf die Beschleunigung des Fortschritts der Menschheit nachzu- 
weisen. Diese allgemeinen Sätze scheinen mir die wesentlichsten 
Voraussetzungen einer wissenschaftlichen Geschichte zu sein, und 
um sie nun mit der speciellen Geschichte von England in Einklang 
zu bringen, haben wir nur die Grundbedingung des intellectuellen 
Fortschritts festzustellen; denn bis dies geschehen ist, können die 
Annalen eines Volks nur eine empirische Folge von Begebenheiten 
darstellen, welche durch solche zerstreute und zufällige Bande ver- 
bunden werden, als sie den verschiedenen Schriftstellern nach ihren 
jedesmaligen Principien in den Sinn kommen. Der Rest dieser Ein- 
leitung wird daher vorzüglich durch die Ausführung des Planes,
        

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