Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1008045
Staatsregierung. 
Literatur und 
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geschehen, um die sich die Deutschen fortdauernd bemühen. Der 
Vorrath des Amerikanischen Wissens ist klein, aber durch alle 
Klassen verbreitet; der Vorrath des Deutschen Wissens ist unend- 
lieh gross, aber auf eine Klasse besclnänkt. Welche von diesen 
beiden Formen der Civilisation die meisten Vortheile gewährt, ist 
eine Frage, die wir hier nicht zu entscheiden haben. Für unseren 
Zweck genügt es, dass inDeutschland die Verbreitung des Wissens 
entschieden fehlgeschlagen ist, ein sehr ernstlicher Mangel, und 
dass in Amerika der Mangel der Anhäufung des Wissens ein eben 
so ernsthafter ist. Da nun die Civilisation durch die Anhäufung 
und Verbreitung der Kenntnisse regulirt wird, so ist es einleuchtend, 
dass kein Land auch nur annähernd eine Mustercivilisation erreichen 
kann, wenn es eine dieser Bedingungen zum Uebermaass cultivirt. 
und die andere ganz vernachlässigt. Und wirklich sind aus dem 
Mangel dieses Gleichgewichts der beiden Elemente der Civilisation 
in Amerika und in Deutschland jene zwei grossen entgegengesetzten 
Uebel entsprungen, die, wie zu fürchten steht, nicht so leicht zu 
beseitigen sein werden und die, so lange sie nicht beseitigt sind, 
sicherlich den Fortschritt beider Länder aufhalten werden, uner- 
achtet der zeitweiligen Vortheile, die eine solche einseitige Kraft- 
anstrengung für den Augenblick immer mit sich bringt. 
Ich habe kurz, aber hoffentlich richtig und wenigstens wissent- 
lich nicht parteiisch den relativen Werth der Geschichte der vier 
Hauptvölker der Welt zu schätzen gesucht. Ueber die wahre Grüsse 
der Völker selbst spreche ich keine Ansicht aus, hält sich doch 
jedes für das erste. Aber wenn die Thatsachen, die ich angeführt, 
nicht widerlegt werden können, so folgt ohne Zweifel, dass die 
Geschichte von England für den Geschichtsphilosophen werthvoller 
ist als irgend eine andere, weil er in ihr deutlicher die Anhäufung 
und Verbreitung der Kenntnisse Hand in Hand gehen sieht; weil 
dieses Wissen weniger durch fremde und auswärtige Einwirkungen 
Schaft zu erhaschen. Ein ausgezeichneter Buchhändler hat mir gesagt, dass in keinem 
Zweige seines Geschäfts, ausser den frommen Tractätchen, so viel Bücher, als über 
die Rechte nach den Plantagen ausgeführt würden. Jetzt haben die Colonisten ange- 
fangen sie sich selbst zu drucken. Ich höre, dass sie von Blaokstoneäa Commentaren 
fast eben so viel in Amerika als in England verkauft haben." Aus diesem Zustande 
der Gesellschaft entsprungen später" ganz natürlich die grosscn Werke von Kent und 
Story. Ueber die Achtung, worin jetzt der Juristenstand steht, siehe LyelPs Second 
visit (o 17m (Tnitvd Stuten 1849, I, 45 und in Beziehung auf die Richter Oovnbzfs Narfh 
Anzrrira II, 329.
        

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