Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006039
bei 
Hülfsquellen 
der Geschichtsforschuug. 
letzten zwei Jahrhunderte geschehn ist, muss gewahr werden, dass 
jede Generation einige Begebenheiten als regelmässig und vorher- 
bestimmbar naehweist, von denen die vorhergehende Generation 
behauptet hatte, sieseien unregelrnässig und nicht vorherzubestim- 
men; darnach ist es die offenbare Richtung der fortschreitenden 
Civilisation, unsern Glauben an die Allgemeinheit der Ordnung, der 
Methode und der Gesetzmässigkeit zu stärken. Da dies der Fall 
ist, so folgt, dass wenn Thatsachen oder Reihen von Thatsaehen 
noch nicht auf ihre Gesetzmässigkeit zurückgeführt sind, wir weit 
entfernt sein sollten, dies für unmöglich zu erklären; vielmehr soll- 
ten wir, durch unsre bisherige Erfahrung geleitet, die Wahrschein- 
lichkeit zugeben, was wir jetzt unerklärlich nennen, werde sich in 
Zukunft erklären lassen. Dies Vertrauen auf Entdeckung von Ge- 
setzmässigkeit mitten in der Verwirrung ist wissenschaftlichen For- 
schern so geläufig, dass es bei den ausgezeichnetsten unter ihnen 
ein Glaubensartikel wird; und wenn dasselbe Vertrauen sich nicht 
allgemein unter den Geschichtsforschern findet, so muss man es 
theils dem Umstande zuschreiben, dass sie den Naturforschern an 
Geist nachstehen, theils den reicheren Beziehungen der geselligen 
Phänomene, mit denen ihre Studien zu thun haben. 
Beide Ursachen haben die Entstehung der Wissenschaft der 
Geschichte verzögert. Die berühmtesten Historiker bleiben offenbar 
hinter den ausgezeichnetsten Naturforschern zurück, keiner, der 
sich der Geschichte gewidmet, kann sich an Geist mit Keppler, 
Newton und vielen Andern, die man anführen könnte, messen?) 
Und was die reicheren Beziehungen der Phänomene betriEt, so 
stehen dem denkenden Historiker weit bedeutendere Schwierigkei- 
ten entgegen, als dem Naturforscher; während einerseits seine Be- 
obaehtungen mehr den Irrthümern unterworfen sind, welche aus 
Vorurtheil und Leidenschaft entspringen, kann er andererseits das 
grosse Hülfsmittel der Naturforseher, das Experiment, nicht anwen- 
den, wodurch sich oft die verwickeltsten Probleme der Aussenwelt 
vereinfachen lassen. 
Es ist daher nicht zu verwundern, dass das Studium des Le- 
bens der Menschheit noch in der Kindheit ist, wenn wir es mit 
1) Ich spreche nur von denen, welche die Geschichte zu ihrem Hauptgegenstande 
gemacht haben. Baco schrieb darüber, sie war ihm aber nicht Hßllptßeßenitand, 11m1 
er verwandte offenbar lange nicht so viel Nachdenken auf sie, als auf andere Gegen- 
Stände.
        

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