Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007991
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der 
Einfluss 
Religion, 
später stattfand, ist ein Gegenstand von ausserordentlicher Bedeu- 
tung; aber wie das wirklich Werthvolle gewöhnlich von den Histori- 
kern gänzlich vernachlässigt werden ist, so auch dieser Gegenstand. 
Ich werde mich bemühen, diesen Mangel in meinem Werke aus- 
zugleichen; vor-läufig nur so viel: Obgleich wir den Franzosen 
höchlich verpflichtet waren und sind für die Verfeinerung unseres 
Geschmacks, unserer Sitten und für alle Annehmlichkeiten des 
Lebens, so haben wir doch nichts absolut Nothwendiges von ihnen 
entlehnt, nichts Wodurch die Geschicke der Völker dauernd ge- 
ändert werden. Dagegen haben die Franzosen von uns nicht nur 
sehr werthvolle Institutionen geborgt, sondern die wichtigste Be- 
gebenheit ihrer Geschichte verdanken sie in nicht geringem Grade 
unserm Einfluss. Ihre Revolution von 1789 wurde, wie dies be- 
kannt genug ist, zu Wege gebracht oder genauer genommen, haupt- 
sächlich angestiftet durch einige grosse Männer, deren Werke und 
dann deren Reden das Volk zum Widerstande aufregten; aber es 
ist weniger bekannt und doch ganz gewiss, dass diese grossen 
Volksführer in England die Philosophie und die Principien lernten, 
durch deren Verpfianzung nach ihrem Vaterlande so schreckliche 
und doch so heilsame Folgen hervorgebracht wurdeni) 
Hoffentlich wird man nicht finden, dass ich durch diese Be- 
merkungen irgend einen Schatten auf die Franzosen werfen will, 
ein grosses und bewundernswürdigcs Volk, das uns in mancher 
Hinsicht überlegen ist, von dem wir noch Manches zu lernen haben 
und dessen Fehler alle, wie sie sind, von der beständigen Ein- 
mischung einer langen Reihe willkürlicher Herrscher herrühren. 
Aber wenn wir die Sache historisch ansehen, so ist es ohne Frage 
richtig, dass wir unsere Civilisation mit geringer Beihülfe von ihnen, 
sie hingegen die ihrige mit bedeutendem Beistande von unserer 
Seite erarbeitet haben. Zugleich müssen wir aber auch zugeben, 
dass unsere Regierungen sich weniger in unsere Angelegenheiten 
gemischt haben als ihre Regierungen in ihre. Und ohne die Frage, 
welche Nation die grössere sei, entscheiden zu wollen, halte ich 
„Und wenn Einer die Englischen Institutionen verstehen will, muss er die harte 
Arbeit nicht aus den Augen verlieren, die aus der Thatkraft des Englischen Geistes 
entsprungen ist. Die Literatur wurde mit ihrer Entwickelung sich selbst überlassen. 
Wilhelm von Oranien war sie fremd, Anna kümmerte sich nicht um sie, Georg I. 
verstand kein Englisch, Georg II. nicht viel." Bancroft, Hist. of tlze Americ. Be- 
volut. II, 48. Vergl. Forstefs Leben Goldsmitlfs I, 93-96, I1, 480. 
7) Siehe Kap. XII. dieses Bandes.
        

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