Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007910
Fünftes 
Kapitel. 
Einflusses] 
des 
Untersuchung 
den 
Religion , Literatur 
und 
Staatsregierung 
ausüben. 
Durch Anwendung der Untersuchungsmethoden, die sich in 
anderen Wissensziveigen erfolgreich gezeigt, auf die Geschichte des 
Menschen und durch Verwerfung aller vorgefassten Meinungen, 
welche den Prüfstein jener Methoden nicht bestanden, sind wir zu 
gewissen Resultaten gelangt, die wir jetzt fuglich der Hauptsache 
nach wiederholen können. Unsere Handlungen waren lediglich das 
Ergebniss innerer und äusserer Mächte, mussten also aus den Ge- 
setzen derselben zu erklären sein, d. h. aus physischen und geistigen 
Gesetzen. Wir haben ferner gesehen, dass geistige Gesetze in 
Europa mächtiger sind als physische und dass im Verlauf der Oi- 
vilisation ihre Uebermacht beständig wächst, weil die fortschrei- 
tende Wissenschaft die Hülfsquellen des Geistes vermehrt, die Hülfs- 
quellen der Natur hingegen auf demselben Fleck belässt. Darum 
haben wir die geistigen Gesetze als die grossen Regulatoren des 
Fortschritts behandelt, die physischen aber als untergeordnet, da 
sie nur gelegentlich störend eingreifen und die Macht und Wieder- 
kehr solcher Störungen seit lange im Abnehmen ist und jetzt durch- 
schnittlich kaum noch in Wirksamkeit tritt. Nachdem wir so was 
man die Dynamik der Gesellschaft nennen könnte in die Unter- 
suchung der Gesetze des Geistes aufgelöst, haben wir diese letzte- 
ren einer ähnlichen Analyse unterzogen und gefunden, dass sie 
theils moralische, theils intellectuelle sind. Alsdann fanden wir 
die intellectuellen bei weitem überlegen und wie der Fortschritt der 
Oivilisation durch den Triumph der geistigen über die natürlichen, 
so wurde er durch den Triumph der intellectuellen über die mo- 
ralischen Gesetze bezeichnet. Dieses wichtige Ergebniss beruht auf 
zwei verschiedenen Beweisen. Zuerst die moralischen Wahrheiten 
sind stehend, die intellectuellen fortschreitend, und da ist es denn 
höchst unwahrscheinlich, dass der Fortschritt der Gesellschaft von 
dem moralischen Wissen, welches viele Jahrhunderte lang daggelbe
        

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