Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007885
Die geistigen 
Gesetze. 
191 
Dies sind die drei grossen Richtungen, in denen der Fortschritt 
der Wissenschaft den alten kriegerischen Geist geschwächt hat, 
und ich glaube deutlich gezeigt zu haben, wie dies geleistet worden 
ist. Die Thatsachen und Gründe, die ich vorgebracht, sind, das 
kann ich mit gutem Gewissen sagen, sorgfältiger und wiederholter 
Prüfung unterworfen worden, und ich sehe nicht ein, wie ihre 
Haltbarkeit angefochten werden könnte. Dass sie gewissen Klassen 
unangenehm sein werden, begreife ich sehr wohl; aber das Unan- 
genehme, das ein Beweis hat, lässt sich schwerlich als einen Grund 
für seine Unrichtigkeit betrachten. Die Quellen, aus denen die 
Zeugnisse geflossen, sind vollständig angegeben und die Beweise 
hoffentlich unparteiisch geführt. Und aus ihnen ergiebt sich ein 
höchst wichtiger Schluss: dass nämlich die zwei ältesten, grössten, 
eingewurzeltsten und am weitesten verbreiteten Uebel, die wir kennen, 
fortdauernd, wenn im Ganzen auch langsam im Abnehmen begriffen 
sind, und dass ihre Abnahme bewirkt worden ist durchaus nicht 
durch sittliche Gefühle, noch durch moralische Lehren, sondern 
einzig und allein durch die Thätigkeit des menschlichen Verstandes 
und durch die Erfindungen und Entdeckungen, welche der Mensch 
im langen Lauf der Zeiten nach und nach gemacht hat. 
Da nun in den beiden wichtigsten Erscheinungen des Fort- 
schritts der menschlichen Gesellschaft die moralischen Gesetze stetig 
und unwandelbar den intelleetuellen untergeordnet gewesen sind, 
so entsteht eine starke Vermuthung dafür, dass bei untergeordneten 
Gegenständen derselbe Proeess stattgefunden habe. Dies ausführ- 
lich zu beweisen und so die Vermuthung zur völligen Gewissheit 
zu erheben, hiesse nicht eine Einleitung in die Geschichte, sondern 
die Geschichte selbst scln-eiben. Der Leser muss sich daher mit 
einem bloss annähernden Beweise, dessen Unvollständigkeit mir 
sehr wohl bewusst ist, begnügen und der vollständige Beweis noth- 
wendig für die folgenden Bände dieses Werks aufgespart bleiben, 
in welchen ich zu zeigen verspreche, dass der Fortschritt, den 
Europa aus der Barbarei zur Oivilisation gemacht hat, ganz und 
gar der intelleetuellen Thätigkeit zu danken ist; dass die Haupt- 
völker jetzt seit einigen Jahrhunderten hinlänglich fortgeschritten 
sind, den Einfluss jener physischen Mächte abzuschütteln, durch 
welche auf einer früheren Stufe ihre Entwickelung möchte gestört 
worden sein, und dass, obgleich die moralischen Mächte noch stark 
sind und noch gelegentlich Störungen verursachen, diese doch nur 
Abweichungen sind, welche sich im langen Lauf der Zeiten die
        

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