Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007800
geistigen 
Die 
Gesetze. 
183 
Wäre Adam Smitlfs Werk in irgend einem früheren Zeitalter 
erschienen, so wurde es das Schicksal der grossen Werke von 
Staiford und Serra getheilt haben; und obgleich die Principien, die 
er vertheidigte, gewiss die Aufmerksamkeit einiger speculativen 
Denker erregt hatten, so würden sie doch höchst wahrscheinlich 
auf praktische Politiker keinen Eindruck gemacht, höchstens einen 
indirecten und sehr geringen Einfluss ausgeübt habenq Aber die 
Verbreitung des Wissens war so allgemein geworden, dass selbst 
unsere gewöhnlichen Gesetzgeber für die grossen Wahrheiten, die 
sie früher als Neuerungen verachtet haben würden, einigermaassen 
vorbereitet Waren. So fanden Adam Smiths Lehren bald ihren 
Weg ins Unterhaus; M) die leitenden Mitglieder hatten sie ange- 
nommen, die grosse Masse der Versammlung hingegen, deren An- 
sicht hauptsächlich durch die Weisheit ihrer Vorfahren bestimmt 
wurde und die keineswegs glaubten, die Neueren könnten irgend 
etwas entdecken, was die Alten nicht schon gewusst hätten, hörten 
dies mit Erstaunen. Aber umsonst stehen allemal Leute wie diese 
auf, um sich dem Andrange des fortschreitenden Wissens zu wider- 
setzen; keine grosse Wahrheit, einmal entdeckt, ist je wieder ver- 
loren gegangen und keine wichtige Entdeckung ist jemals gemacht 
worden, die nicht am Ende Alles mit sich fortgerissen hatte. S0 
wurde gegen die Principien des freien Handels von Adam Smith 
und gegen alle ihre Folgen vergebens in beiden Häusern des Par- 
laments mit den erdrückendsten lllajoritäten gekämpft. Jahr für 
Jahr brach sich die grosse Wahrheit Bahn, immer schritt sie fort, 
nie ging sie zurückf") Zuerst verliessen einige Männer von Geist, 
6") Die erste Rücksicht, die im Parlament auf Adam Smitlfs Werk genommen 
wurde, fällt ins Jahr 1783; von da an bis ans Ende des Jahrhunderts wird es ver- 
suhiedene Male angeführt und zuletzt immer häuiiger. Siehe I'm-l. bist. XXIII, 1152, 
XXVI, 481, 1035, XXVII, 2, XXXIII, 353, 386, 522, 548, 549, 563, 774, 777, 778, 
S22, 823, 824, 825, 827, 1249, XXXIV, 11, 97, 98, 141, 142, 304, 473, 850, 901, 
902, 903. Ich mag wohl einige Stellen übersehen haben, aber ich glaube, dass in 
17 Jahren Adam Smith nicht öfter angeführt worden ist. Nach einer Stelle in Pellewk 
Lzfe of Sidmozafla I, 51 scheint selbst Addington im Jahr 1787 Adam 511111111 Stüdirt 
zu haben.    
M) Im Jahr 1797 berief sich Pnltney in einer seiner Finanzreden "auf die Autori- 
tät des Dr. Smith, der, wie man mit Recht sagte, die jetzige Generation überzeugen 
und die nächste beherrschen Würde." Parl. bist. XXXIII, 778. 1m Jahr 1813 kün- 
digte Dngald Stewart (Phil. of tks human mind II, 472) an, die Lehre vom freien 
Handel sei jetzt, wie er glaube, das Vorurtheil aller denkenden Männer in Europa 
geworden, und 1816 sagt Ricardo: "Das Raisonnement, wodurch die Freiheit des
        

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