Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007743
Die geistigen 
Gesetze. 
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musste daher auf die disciplinirten mehr Sorgfalt verwenden und. 
sie ausschliesslieher zu ihren kriegerischen Pflichten anhalten. S0 
entstand zuerst eine entschiedene Kluft zwischen dem Soldaten und 
dem Bürger und ein eigener lllilitarstandßi) Welcher Verhältniss- 
massig nur aus einem kleinen Theil der Bürger bestand und es 
den übrigen Staatsbürgern frei liess, anderen Berufsgeschäften nach- 
zugehenß") Auf diese Weise entwöhnten sich allmahlig gresse 
Menschenmassen ihrer alten kriegerischen Sitten; sie wurden so zu 
sagen zum bürgerlichen Leben gezwungen und ihre Kräfte für die 
allgemeinen Zwecke der Gesellschaft und die früher vernachlässig- 
ten Künste des Friedens nutzbar gemacht; Die Folge war, dass 
der Europäische Geist sich nicht mehr wie bisher einzig mit Krieg 
und Theologie beschäftigte, sondern einen Mittelweg einschlug und 
jene grossen Zweige der Wissenschaft schuf, welchen die neuere 
Civilisation ihren Ursprung verdankt. Generation auf Generation 
trat diese Richtung auf eine eigene Schöpfung stärker hervor; der 
Nutzen der Arbeitstheilung wurde deutlich erkannt, und wie auf 
diese Weise das Wissen selbst fortschritt, wuchs auch das Ansehen 
dieser Mittc1- oder intellectuellen Klasse. Jeder Zuwachs ihrer Macht 
verminderte das Gewicht der beiden anderen und that jenem Aber- 
glauben und jener Kriegslust Abbruch, worauf sich früher aller 
Enthusiasmus richtete. Die Zeugnisse über den Zuwachs und die 
Verbreitung dieses intellectuellen Elements sind so vollständig und 
entscheidend, dass man fast alle Schritte desselben nach einander 
aufweisen könnte, wenn man alle Wissenszweige vergleichen wollte. 
49) Grose (Mild. anziq. I, 310, 311) sagt, dass bis zum 1G. Jahrhundert die eng- 
lischen Soldaten keine Uniform hatten, "sondern sich nur durch Schilder mit den 
Wappen ihrer Anführer, wie sie jetzt die Spritzen1eutc_ tragen, auszeichncten." Auch 
entstand erst im Anfange des 16. Jahrhunderts eine eigene militärische Literatur. 
Daniel (Hist. de la vnilice I, 380) sagt: "Los autem-s, qui ont 507'515 an dätail sur la 
disczpline nzililairc: 01' 0c West guZw-as qm: sous Fmngois I et saure Fcwzpermr Charles V, 
quc Zes Italiens, los Frangois, los Espayvzols et los Allenzrmds ont commencä ä ävrire 
sur ca sujet."  
50) Die Veränderung seit der Zeit, wo jeder Bürger Soldat wer, ist sehr be- 
lnerkenswerth. Adam Smith sagt 29h "Unter den eivilisirten Völkern des neueren 
Europe's kann, wie man gewöhnlich berechnet, nur der hundertste Theil der Ein. 
wohner eines Landes als Soldaten verwendet" werden, ohne das Land, welches die 
Kosten ihres Dienstes trägt, zu Grunde zu richten." Dasselbe Verhältniss finden wir 
in Szullw", Law qf populaiion I, 292 und in Grandeur et däoadenee des Romains, 
eap. III, Oeuvres de Montesquiczo 130; Slzarpe, Hist. cf Eyyßiß I, 105; Alisoafs Hist. 
qf Europa XII, 318. 
Buckle, Gesch. d. Uivilisntion. I. 12
        

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