Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007691
172 
Die 
geistigen 
Gesetze. 
war er mit seinen Ansichten über die wichtigsten Maassregeln der 
Gesetzgebung allemal im Irrthum. Die Beweise davon finden wir 
in den Debatten des Parlaments: jede grosse Maassregel, welche 
durchgesetzt wurde, jede grosse Verbesserung, jeder Schritt in der 
Reform, jedes Zugeständniss an die Wünsche des Volks fand den 
heftigsten Widerspruch bei dem Herzog von Wellington und wurde 
trotz seines Widerspruchs und trotz seiner Klagen, dass Englands 
Sicherheit ernstlich dadurch gefährdet würde, zum Gesetz. Und doch 
giebtf es jetzt kaum einen Schulknaben, der nicht wüsste, dass wir 
gerade diesen Maassregeln die Sicherheit unseres Vaterlandes ver- 
danken. Erfahrung, dieser grosse Probirstein der Weisheit, hat 
hinlänglich bewiesen, dass jene grossen Reformpläne, welchen sich 
der Herzog von Wellington sein ganzes Leben lang widersetzt hatte, 
nicht nur nützlich und rathsam, sondern durchaus nothwendig waren. 
Jene Politik, die sich dem Volkswillen widersetzt und die er fort- 
dauernd anrieth, ist gerade die nämliche, wie sie seit dem Con- 
gress von Wien in allen Reichen, ausser England, verfolgt worden 
ist. Das Resultat dieser Politik ist zu unserer Belehrung in der 
Geschichte verzeichnet, es ist niedergeschrieben als jener grosse 
Ausbruch der Volksleidenschaft, welcher im Augenblick seines Zorns 
die stolzesten Throne umstürzte, königliche Familien bei Seite 
warf, edle Häuser herunterbrachte und schöne Städte verwüstete. 
Und wenn der Rath unseres grossen Generals befolgt, wenn dem 
Volk seine gerechten Forderungen verweigert worden wären, so 
würde dieselbe Lehre in den Annalen unseres Vaterlandes verzeich- 
net stehen, und wir hätten ganz gewiss den Folgen der fürchter- 
lichen Katastrophe nicht entgehen können, worein die Unwissenheit 
und Selbstsucht der Herrscher noch vor wenig Jahren einen grossen 
Theil der civilisirten Welt verwickelte. 
So auffallend ist der Unterschied des militärischen Genies in 
der alten Zeit und in dem neueren Europa. Die Ursachen dieser 
Abnahme lassen sich augenscheinlich auf den Umstand zurück- 
führen, dass jetzt wegen der unendlichen Zunahme intelleetueller 
Beschäftigungen nur Wenig fähige Menschen einen Stand wählen, 
zu dem sie sich im Alterthum mit Eifer drängten, weil er ihnen 
die besten Mittel darbot, ihre Fähigkeiten anzuwenden, welche in 
höher civilisirten Ländern besser zu verwerthen sind. Dies ist 
wirklich eine sehr wichtige Veränderung; und es ist das langsame 
Werk vieler Jahrhunderte, das allmählige, aber anhaltende Ueber- 
greifen der fortschreitenden Wissenschaft gewesen, auf diese Weise
        

Nutzerhinweis

Sehr geehrte Benutzer,

aufgrund der aktuellen Entwicklungen in der Webtechnologie, die im Goobi viewer verwendet wird, unterstützt die Software den von Ihnen verwendeten Browser nicht mehr.

Bitte benutzen Sie einen der folgenden Browser, um diese Seite korrekt darstellen zu können.

Vielen Dank für Ihr Verständnis.