Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007632
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Gesetze. 
Die geistigen 
So wird mit dem Fortschritt der Civilisation ein Gegengewicht 
erlangt und der kriegerische Eifer durch Beweggründe aufgewogen, 
die nur Culturvölker fühlen können. Aber bei einem Volke, dessen 
Intelligenz nicht gebildet ist, kann es nie ein solches Gegenge- 
wicht geben; davon sehen wir eine gute Erläuterung an dem jetzigen 
Kriege") Denn das Charakteristische des grossen Kampfes, in 
den wir verwickelt sind, ist, dass er nicht durch streitende In- 
teressen civilisirter Völker, sondern durch einen Bruch zwischen 
Russland und der Türkei, den beiden am tiefsten in der Barbarei 
steckenden Monarchien in Europa, hervorgerufen wurde. Dies ist 
eine sehr bedeutungsvolle Thatsache. Es ist sehr bezeichnend für 
den jetzigen Zustand der Gesellschaft, dass ein Friede von einer 
Dauer ohne Gleichen nicht wie frühere Frieden durch einen Streit 
zwischen zwei civilisirten Nationen gebrochen wurde, sondern durch 
die Uebergriffe der urreivilisirten Russen gegen die noch uncivili- 
sirteren Türken. Früher war zwar der Einfluss intellectueller und 
daher friedlicher Richtungen fortdauernd im Zunehmen, aber noch 
zu schwach, um selbst in den vorgerücktesten Ländern die alten 
kriegerischen Sitten zu beherrschen; daraus entsprang eine Er- 
oberungslust, welche oft jedes andere Gefühl überwog und grosse 
Nationen, wie die Engländer und Franzosen, veranlasste, einander 
unter den geringfügigsten Vorwänden anzugreifen und jede Gelegen- 
heit hervorzusuchen, um ihren Hass und ihre Rachsucht zu befrie- 
digen, womit jede das Gedeihen ihrer Nachbarin betrachtete. Jetzt 
ist der Fortschritt eingetreten, dass diese beiden Völker ihre frühere 
läppische und gereizte Eifersüchtelei bei Seite gelegt, sich zu einem 
gemeinsamen Zweck vereinigt und das Schwert gezogen haben 
nicht mit selbstsüchtigen Absichten, sondern um die civilisirte Welt 
gegen die Einfälle eines barbarischen Feindes zu beschützen. 
Dies ist der Hauptzug, wodurch sich dieser Krieg vor seinen 
Vorläufern auszeichnet. Dass ein Friede fast vierzig Jahre dauern 
und dann nicht, wie bisher, durch Feindseligkeiten zwischen civi- 
lisirten Staaten, sondern durch den Ehrgeiz des einzigen zugleich 
mächtigen und uncivilisirten Reiches unterbrochen werden musste, 
 ist einer von den vielen Beweisen, dass ein Widerwille gegen 
Rig Veda Szmkita I, 208, sec. 3 und. vol. II, 265, sec. 13. In Europa überlebte das 
Lösegeldsystem das Mittelalter und endigte im Frieden von Münster 1648. Manningß: 
Commentaries an the Zaw of nations 1839, 162; 157, 158. 
32) Ich habe dies im Jahre 1855 geschrieben.
        

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