Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007616
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geistigen Gesetze. 
Die 
Einer davon ist sehr naheliegend, nämlich dass jeder Wichtige 
Zuwachs an Kenntnissen den Einfluss der intelligenten Klassen 
vermehrt, indem er die Mittel vermehrt, über die sie zu gebieten 
haben. Nun ist der Gegensatz dieser und der militärischen Klasse 
oifenbar; es ist der Gegensatz zwischen Denken und Handeln, 
zwischen dem Innern und Aeussern, zwischen Beweis und Ge- 
walt, zwischen Ueberredung und Körperkraft, oder mit einem Wort 
zwischen Menschen, die von den Künsten des Friedens und denen, 
die vom Kriegführen leben. Was daher der einen Klasse nützlich 
ist, ist offenbar ungünstig für die andere. Unter sonst gleichen 
Umständen muss sich die Neigung zum Kriege vermindern, wie 
sich die intellectuellen Erwerbungen eines Volkes vermehren, und 
wenn ihre intellectuellen Schätze sehr gering sind, wird ihre Neigung 
zum Kriege sehr gross seinf") In völlig barbarischen Ländern 
giebt es keine intellectuellen Erwerbungen; der Geist ist eine leere 
dürre Wüste und so bleibt nichts übrig als 'l'hätigkeit nach aussenf s) 
persönlicher Muth ist das einzige Verdienst. Der Mann gilt nichts, 
der keinen Feind getödtet hat, und sein Ruhm Wächst mit der Zahl 
der gctödteten Feinde") Dies ist die reine Wildheit, und es ist 
2T) Herder behauptet kühn, der Mensch sei ursprünglich friedlich geartet, aber 
diese Meinung wird entschieden widerlegt durch den ungeheuren Zuwachs unserer 
Kenntniss seit Herders Zeit über die Gesinnnngen und Sitten der Wilden. Ideen zur 
Geschichte I, 1.85. 
28) Daher ohne Zweifel die Schärfe ihrer Sinne, die auf einer frühen Stufe der 
Gesellschaft natürlich und wirklich nothwendig ist und den Menschen, da. er sie nur 
auf Kosten seiner Denkthätigkeit erlangt, den Thieren näher bringt. Carpentefs 
Human physiol. 404; Herde: (Ideen zur Geschichte II, 12) hat folgende schöne Stelle: 
"Das abstehende thierische Ohr, das gleichsam immer lauscht und horcht, das kleine 
scharfe Auge, das in der weitesten Ferne den kleinsten Rauch oder Staub gewahr 
wird, der weisse hervorbleckendc, knochenbenagende Zahn, der dicke Hals und die 
zurückgebogene Stellung ihres Kopfes auf demselben?" Vergl. Prieharvfs Physical 
hist. qf mankmd I, 292, 293; Azara, Amdrique märidianale II, 18; WrangePs Polar 
expedition 384; Pallmäs lravels in Kordofan 132, 133. 
29) "Bei einigen hiaeedonisehen Stämmen wurde der Mann, der nie einen Feind 
erschmgen hatte, durch ein erniedrigendes Mal bezeichnet." Grote, 11m. of Greegg 
XI, 397. Unter den Dyaks auf Borneo "kann ein Mann nicht heirathen, bevor er 
eines Menschen Haupt gebracht hat; und wenn einer mehrere hat, so kann man ihn 
an seiner stolzen und hohen Haltung erkennen, denn dies ist sein Adelspetent." EarZZ-z 
Account of Borrzeo in Journal qf Aßiat. 806. IV, 181; Uraugfbrd, (m Borneo, Journ. 
qf geagr. soc. XXIII, 77, 80. Beispiele davon, dass alle anderen Gedanken in kriege- 
rische aufgehen, siehe in Journal qf geogr. 800. X, 357; Mallefs Nartlecrn anziquities 
158, 159, 195; Thirwalläs Hist. of Greece I, 226, 284, VIII, 209; Hendersorfs IIisl.
        

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