Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007604
Gesetze. 
geistigen 
Die 
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sprechen, eben so gut verstanden, eben so allgemein anerkannt 
im Mittelalter, wo keine Woche ohne Krieg war, als jetzt, wo 
Krieg für etwas Seltenes und Ausserordentliches gilt. Seitdem hat 
sich das Verhalten der Menschen zum Kriege allmählig geändert, 
Während ihre Moralweisheit über den Krieg dieselbe ist; und so 
liegt es auf der Hand, dass die veränderte Wirkung nicht durch 
die unveränderte Ursache hervorgebracht worden ist. Es lässt sich 
kein entscheidender-er Beweis denken. Wenn es sich zeigen lässt, 
dass in den letzten tausend Jahren die Moralisten oder Theologen 
ein einziges Uebel des Krieges nachgewiesen haben, welches ihren 
Vorgängern unbekannt war, so will ich meine Ansicht aufgeben. 
Kann dies aber nicht geschehen, und das behaupte ich mit voller 
Zuversicht, so muss man zugeben, dass die Wirkung der Moral 
nicht an Umfang gewonnen haben kann, da ihre Lehren nicht an 
Umfang gewonnenßß) So viel über den Einfluss des sittlichen 
Gefühls auf die Erhöhung unserer Abneigung gegen den Krieg. 
Wenden wir uns aber zur Intelligenz im engeren Sinne, so linden 
Wir, dass jede Vermehrung ihrer Thätigkeit ein schwerer Schlag 
für den kriegerischen Geist gewesen ist. Den vollständigen Beweis 
im Einzelnen werde ich später ausführlicher geben; in dieser Ein- 
leitung kann ich nur einige hervorstechende Punkte bezeichnen, 
die sogleich verständlich sind, da sie auf der Oberiläche der Ge- 
schichte liegen. 
26) Es müsste denn sein, dass mehr Eifer in der Verbreitung sittlicher und re- 
ligiöser Grundsätze entwickelt worden, dann könnten die Grundsätze wohl stationär 
und doch ihre Wirkung fortschreitend sein. Weit entfernt davon! Im Mittelalter gab 
es im Verhältniss zu der Bevölkerung mehr Kirchen als jetzt; die Geistlichen waren 
viel zahlreicher, die Bekehrungssucht viel lebendiger und man war viel entschlossener, 
rein wissenschaftliche Sätze in das sittliche Gebiet übergreifen zu lassen. Im Mittel- 
alter überwog die moralische und religiöse Literatur die ganze profane zusammenge- 
nommen und übertraf sie auch im Geschick derer, die sie anbauten. Jetzt hingegen haben 
die Grundsätze der Moralisten aufgehört die menschlichen Angelegenheiten zu leiten 
und dem umfassenden System der Zweckmässigkeit Raum gemacht, das alle Interessen 
und alle Klassen umfasst. Systematische Schriftsteller über die Moral erreichten ihren 
Höhepunkt im 13. Jahrhundert, nahmen dann reissend ab, „der Genius des Pro- 
testantismus," wie Coleridge sagte, wirkte ihnen entgegen, und am Ende des 17. Jahr- 
hunderts erloschen sie in den meisten eivilisirton Ländern; der Dualer dubitantium 
von Jeremias Taylor ist der letzte ausführliche Versuch eines Mannes von Talent, die 
Gesellschaft ganz nach moralischen Maximen zu gestalten. Vergl. zwei interessante 
Stellen in Mosheiwfs Eccl. leist. I, 338 mit Ooleridgefs Friend III, 104. 
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