Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007473
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Die geistigen 
Gesetze. 
an Fähigkeit und Zuverlässigkeit zugenommen habenß Ü") Unsere 
Unkenntniss der Naturgesetze ist jedoch noch so gross und über 
die Umstände, unter welchen sich Charakter, Temperament") und 
andere persönliche Eigenheiten vererben, sind wir so sehr im 
Dunkeln, dass wir den angegebenen Fortschritt für sehr zWßifßl- 
haft halten müssen; und bei dem gegenwärtigen Zustande unserer 
W) Dass die natürliche Fähigkeit des Gehirns zunehme, weil sie vererbt werden 
könne, ist eine Lieblingslehre der Schüler GalFs und von A. Comte (Phil. positive IV, 
384, 385) angenommen worden. Dieser giebt jedoch zu, dass sie nicht hinlänglich 
ausgemacht sei: Usans que toutqfais Pexprfriencc mit enao-rc sufjismnazzevzt prononcä." 
Dr. Pricharll, der in einem ganz anderen Gedankenkreise lebte, scheint sich dennoch 
eben dahin zu neigen; denn seine Vergleichung von Schädeln führte ihn zu dem 
Schluss, dass die gegenwärtigen Bewohner Britanniens, „sei es in Folge einer Geistes- 
eultur von vielen Menschenaltern oder aus irgend einem anderen Grunde, nach meiner 
Ueberzeugung, viel grössere Hirnkasten als ihre Vorfahren haben." Prich. Phys. kist. 
of mankind I, 305. Wenn dies aber auch gewiss wäre, so würde es doch nicht be- 
weisen, dass der Inhalt der Schädel sich geändert, obgleich es ein Vorurtheil am; 
erwecken könnte, und die allgemeine Frage muss nach meiner Meinung unerledigt 
bleiben, bis die Untersuchungen, die Blumenbach begonnen und Morton neulich fort- 
geführt hat, in einem weit umfassenderen Grade als bisher vollendet sind. Vergl. 
Burdaclt, Traitä de physiologie II, 253, wo die Frage jedoch nicht vorsichtig genug 
gestellt ist. 
H) Von den Gesetzen, unter denen sich der Charakter vererbt, ist noch keins 
festgestellt werden; eben so wenig ist unsere Theorie der Temperamente vorwärts 
gerückt; sie bleibt noch immer ein Hauptanstoss für die Phrenologen. Die Schwierig- 
keiten, die mit dem Studium der Temperamente verbunden sind und das Dunkel, 
worin dieser wichtige Gegenstand gehüllt ist, lassen sich aus der Vergleichung folgen- 
der Werke entnehmen: xlfüller, Physiologie II, 1406-1410; Elliotson, Human phys. 
1059-1062; Blainlville, Plzysiol. gändrale et comparäe I, 168, 264, 265, II, 43, 130, 
214, 328, 329, III, 54, 74, 118, 148, 149, 284, 285; TVilZiaMzsÜs Prinoiples qf me- 
dicine 16, 17, 112, 113; Geofroy St. Hilaire, Anomalics du POrganisation I, 186, 
190; Bronssais, Examen des doctrines nufdicales I, 204, 205, III, 276; Itänouard, 
Hiat. de la mädeo. I, 326; Sprengel, Hist. de la mädecine I, 380, II, 408, III, 21, 
V, 325, VI, 492; Esquirol, Maladies mentales I, 39, 226, 429, 594, II, 29; Ilepelle- 
tier, Pliysiol. onzfdioale I, 139, 281, III, 372-429, IV, 93, 123, 133, 143; Heule, 
Anatomie geinärale I, 474 etc.; Bis-hat, Anat. gEne-rale I, 2117, II, 444 etc.; Biclzat, 
Sur la oie 80, 81, 234, 235; Philligzs, On the scrofula 9; Feucktersleban, Media. psychol. 
143- 145; Oeuvres de Fonienelle, Paris 1'766, V, 110; Oullenk Werks 214-221; 
Uabanis, Rapporte du pkysique et du moral 76-83, 229 -261, 520-533; Noble, On 
the brwin 370- 376; Conzbe, Nortlz. Amerioa I, 126-128. In letzter Zeit hat man 
auf die Chemie des Blutes geachtet und auf seine Verschiedenheit bei verschiedenen 
Temperamenten; und dies scheint eine bessere Methode zu sein, als die blosse Be- 
schreibung der auffallenden Symptome des Temperameuts in der alten Weise. Ulark, 
On animal plzysiology in Fourflz. rcpori Of Britislz associrzlion 126; SivnonKv (lninzal 
chemisf-ry I, 236; Wagnefs Phyysiology 262.
        

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