Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007460
geistigen 
Die 
Gesetze. 
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Dass wir unsere Pflicht thun wollen, ist der moralische Theil, dass 
wir wissen, wie wir sie zu thun haben, ist der intellectuelle Theil. 
Je genauer diese beiden Thcile mit einander verbunden sind, desto 
grösser ist die Harmonie, mit der sie wirken, und je genauer die 
Mittel dem Zweck entsprechen, desto vollständiger wird die Be- 
stimmung unseres Lebens erfüllt und die Grundlage für den wei- 
teren Fortschritt der Menschheit gelegt werden. 
Es entsteht daher jetzt eine Wichtige Frage, nämlich welches 
von diesen Elementen des geistigen Fortschritts ist das wichtigste? 
Weil der Fortschritt selbst das Resultat ihrer vereinigten Thätig- 
keit ist, so wird es nöthig, festzustellen, welches von beiden am 
kräftigsten wirkt, damit wir das schwächere Element den Gesetzen 
des stärkeren unterordnen können. Wenn der Fortschritt der Ci- 
vilisation und das allgemeine Glück der Menschheit mehr von den 
sittlichen Gefühlen als von dem Wissen der Intelligenz abhängen, 
_so müssen wir natürlich den Fortschritt der Gesellschaft nach diesen 
Gefühlen abmessen, während auf der anderen Seite, wenn er vor- 
züglich von der Wissenschaft abhängt, wir den Grad und den 
Erfolg der intellectuellen Thätigkeit als ihren Maassstab annehmen 
müssen. Sobald wir wissen, wie sich die Kräfte dieser beiden 
Bestandtheile zu einander verhalten, werden wir sie nach dem ge- 
wöhnlichen Plane unserer Forschung behandeln, d. h. Wir werden 
annelnnen, dass das Ergebniss ihrer gemeinsamen Thätigkeit den 
Gesetzen des machtigeren Theils unterworfen ist und dass die 
Thätigkeit desselben gelegentlich durch die untergeordneten Gesetze 
des schwächeren Theils gestört wird. Indem wir uns auf diese 
Untersuchung einlassen, stossen wir auf eine vorläufige Schwierig- 
keit, welche aus der leichtsinnigen und nachlässigen Art entspringt, 
womit die Sprache des gewöhnlichen Lebens auf Gegenstände an- 
gewendet wird, welche die grösste Genauigkeit und Bestimmtheit 
erfordern. Denn der Ausdruck sittlicher und intellectueller Fort- 
schritt kann einen sehr ernstlichen Irrthum erzeugen. Wie er ge- 
wöhnlich gebraucht wird, giebt er die Vorstellung, das sittliche 
und intellectuelle Vermögen der Menschen sei bei vorgerückter Ci- 
vilisation von Natur schärfer und zuverlässiger, als sie vor diesem 
Waren. Aber-obgleich dies wohl der Fall sein mag, so ist es 
doch nie bewiesen worden. Die durchschnittliche Fähigkeit des 
Gehirns mag, aus noch unbekannten natürlichen Ursachen, in grossen 
Zeiträumen allmählig grösser geworden sein; und der Geist, der 
durch das Gehirn wirkt, mag, selbst unabhängig von der Erziehung,
        

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