Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007438
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geistigen 
Die 
Gesetze. 
Dies sind Fragen, worauf alle Hülfsquellen dcr Physiologen 
von Aristoteles bis auf unsere Zeit keine Antwort geben können!) 
Und doch sind wir heutiges Tages durch die Anwendung einer 
Methode, die jetzt sehr natürlich scheint, im Besitz einer Wahr- 
heit, welche die vereinigte Gelehrsamkeit einer langen Reihe aus- 
gezeichneter Männer nicht entdecken konnte: durch das einfache 
Mittel, die Zahl der Geburten von beiden Geschlechtern zu registri- 
ren, durch Ausdehnung dieser Registrirung über verschiedene Jahre 
und verschiedene Länder, sind wir in den Stand gesetzt worden, 
alle zufälligen Störungen auszuscheiden und die Existenz eines 
Gesetzes zu entdecken, Welches, in runden Zahlen ausgedrückt, 
lautet dass allemal auf zwanzig Mädchen einundzwanzig Knaben 
geboren werden; und wir können mit Zuversicht behaupten, obgleich 
die Wirkungen des Gesetzes natürlich beständigen Abweichungen 
unterworfen sind, so ist doch das Gesetz selbst so mächtig, dass 
uns kein Land bekannt ist, worin während eines einzigen Jahres 
7) Wenn man die lange Zeit bedenkt, während welcher die Physiologie studirt 
werden ist, so ist es merkwürdig, wie wenig die Physiologen für den grossen und 
letzten Zweck aller Wissenschaft geleistet haben, nämlich für das Vermögen, vorher- 
zusagen, was eintreten muss. Es scheint mir, die zwei Hauptursachen davon sind 
der nnvollkommene Zustand der Chemie und der noch ausserordentlich unvollkommene 
Zustand des Mikroskops, welches immer noch ein so ungenaues Instrument ist, dass 
wenn eine hohe Kraft angewendet wird, man sich wenig darauf verlassen kann. So 
hat z. B. die Untersuchung der Samenthierchen zu den allerwidersprechendsten Er- 
gebnissen geführt. In Hinsicht der Chemie haben Robin und Verdeil in ihrem 
letzten grossen Werk sehr gelehrt bewiesen, wie mannigfache Beziehungen zwischen 
ihr und der weiteren Entwickelung unseres Wissens vom thierischen Körper statt- 
finden; obgleich ich den Gedanken auszusprechen Wage, dass diese berühmten Schrift- 
steller gelegentlieh zu viel Neigung gezeigt haben, die Anwendung chemischer Ge- 
setze auf physiologische Erscheinungen zu beschränken. Ukimie anal. aml physiol. I, 
20, 34, 167, 337, 338, 437, 661, II, 136, 137, 508, III, 135, 144, 183, 281, 283, 
351, 547. Die wachsende Absicht der Chemie, Erscheinungen, die man oft für rein 
organische hält, in ihr Gebiet zu ziehen, wird sehr vorsichtig angedeutet in Tauwerk 
Chemisiry II, 1308, und sehr kühn in Liebigfs Leiters an ckevnistry 1851, 250, 251. 
Die Verbindung zwischen Chemie und Physiologie ist etwas zu iiüchirig behandelt in 
Bouillemd, Plzilos. nzädicalc 160; Broussais, Examen des doctrines naädicales III, 166; 
Brodiefs Leatures an patlzology 43; Heule, Trailä dQmato-znie I, 25, 26; Feuclzters- 
lebenÄv Medical psyclialogy 88; aber 139886? ill Hvlla-nzfs Media-u! notes 270, ein Werk 
voller Gedanken und neuer Blicke. Ueber die Nothwendigkeit der Chemie, um unsere 
Kenntniss "der Embryologie zu vermehren, vergleiche Wagner-Es Physiologie 131, 132, 
die Anmerkung, mit Burdaclz, Traitä de phySi0l0gie IV, 59, 168.
        

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