Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007408
Die 
geistigen 
Arten. 
Viertes Kapitel. 
Gesetze sind entweder sittliche oder intellectuelle. Vergleichung beider 
Wie wirkt jede auf den Fortschritt der menschlichen Gesellschaft? 
Im vorigen Kapitel hoffe ich deutlich gemacht zu haben, dass 
die metaphysische Methode in dem gegenwärtigen Zustande unseres 
Wissens der Aufgabe nicht gewachsen ist, die man ihr oft gesetzt 
hat, nämlich die Gesetze zu entdecken, welchen die Thätigkeit 
des menschlichen Geistes unterworfen ist. Und so werden wir zu 
der einzigen Methode, die uns übrig bleibt, getrieben, nach welcher 
die geistigen Phänomene nicht wie sie in dem Geiste des Indivi- 
duums, das beobachtet, sondern wie sie in dem Thun der Mensch- 
heit überhaupt erscheinen, zu erforschen sind. Der wesentliche 
Unterschied dieser beiden Methoden ist augenscheinlich; aber viel- 
leicht ist eine weitere Erläuterung der Mittel, die einer ' jeden zur 
Erforschung der Wahrheit zu Gebote stehen, nicht überflüssig, lmd 
dazu will ich einen Gegenstand wählen, welcher zwar nur erst 
unvollkommen verstanden wird, aber ein gutes Beispiel abgiebt 
von der Regclmässigkeit, womit unter den widerstreitendsten U1n- 
standen die grossen Gesetze der Natur ihren Lauf zu behaupten 
wissen. 
Der Fall, den ich im Sinne habe, ist das Verhältniss, das sich 
in der Geburt der Geschlechter aufrecht erhält. Würde dies Ver- 
hältniss in irgend einem Lande auch nur während einer einzigen 
Generation bedeutend gestört, so Würde dies die Gesellschaft in 
sehr ernsthafte Verwirrung stürzen und unfehlbar die Laster des 
Volks stark vermehren!) Nun hat man immer vermuthet, dass die 
4) So finden wir, dass die Kreuzzüge durch Verminderung der Männer im Ver- 
hältniss zu den Frauen die Sittenlosigkeit steigerten. Eine merkwürdige Stelle ist in 
SPTmgeFs IIistoirc de Za mädccine II, 376. In Jucatan ist gewöhnlich ein bedeuten- 
der Ueberschuss von Weibern und dies übt einen übeln Einüuss auf die Sitten. Stepkenis 
Ußn-iral America III, 380, 429. Ueber den Zustand, den ein Ueberschuss von Männern 
hervorbringt, Siehe Mallefs Nortlzem aniiguitißs, Journal of geogr. soc. XV, 45. XVI, 
307; ßbutlzey, Uommonplace Öook 3. series, 579.
        

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