Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007397
142 
Prüfung 
der 
Methode 
der 
Metaphysiker. 
neueren Theorien über das Sehen und das Tasten,") sich in dem 
ganzen Umfange der Metaphysik nicht ein einziges Princip von 
Wichtigkeit und zugleich von unwidersprechlicher Wahrheit findet. 
Unter diesen Umständen lasst sich der Verdacht nicht unterdrücken, 
dass irgend ein Grundfehler in der Art liegen möge, wie diese 
Untersuchungen geführt worden sind. Ich meinestheils glaube, dass 
durch blosse Beobachtung unseres eigenen Geistes und selbst durch 
solche rohe Experimente, als wir daran machen können, die Psycho- 
logie unmöglich zu einer Wissenschaft erhoben werden kann; und 
ich zweifle kaum, dass die Metaphysik nur durch eine Erforschung 
der Geschichte, die so umfassend ist, dass sie uns die Bedingungen 
verstehen lehrt, wodurch die Entwickelung des Menschengeschlechts 
geleitet wird, mit Erfolg behandelt werden kann") 
 
ü) Einige von den Gesetzen der Assoeiation (der Ideen), wie sie Hume und 
Hartley aufstellen, lassen sich historisch erhärten, wodurch sich die metaphysische 
Hypothese in eine wissenschaftliche Theorie verwandeln würde. Berkelefs Theorie 
des Sehens und Brown's Theorie des 'l'astsinns sind eben so physiologisch bewiesen 
oder bestätigt worden, so dass wir jetzt wissen, was wir sonst nur hätten vermuthen 
können. 
23) In Bezug auf eine der Schwierigkeiten der Metaphysiker, die wir angedeutet, 
ist es nicht mehr als billig, die Bemerkungen Event's anzuführen; Kritik der reinen 
Vernunft, Werke II, 144 sagt er: „Wic aber das Ich, der ich denke, von dem Ich, 
das sich selbst anschaut, unterschieden (indem ich mir noch andere Anschauungs- 
arten wenigstens als möglich vorstellen kann) und doch mit diesem letzteren als dasselbe 
Subject einerlei sei, wie ich also sagen könne: Ich als Intelligenz und denkendes 
Subject erkenne mich selbst als gedachtes Object, so fern ich mir noch über das in 
der Anschauung gegeben bin, nur gleich anderen Phänomenen, nicht wie ich vor dem 
Verstande bin, sondern wie ich mir erscheine, hat nicht mehr auch nicht weniger 
Schwierigkeit bei sich, als wie ich mir selbst überhaupt ein Object und zwar der 
Anschauung und innerer Wahrnehmungen sein könne." 
Ich will die Frage gern hierauf beruhen lassen; denn mir scheint es, dass beide 
Fälle nicht nur gleich schwierig, sondern bei dem gegenwärtigen Stande unserer 
Wissenschaft gleich unmöglich sind. 
Zusatz des Ueb ersetz ers. Vergl. die Annierk. am Schluss des ersten Kapitds, 
worin wir auf die nationalenglische Philosophie unseres Verf. hinwiesen. In diesem 
Abschnitt tritt diese Ansschliesslichkeit und ein wahrhaft vorwcltliches Bewusstsein 
über alles Denken, trotz der Vedas, Cousiifs und Kaufs, den einzigen angeführten 
Nichtengländern, noch stärker hervor, ist aber ein lehrreiches Abbild des englischen 
Geistes für alle, die den Unterschied von dem philosophischen Bewusstsein der Deut- 
schen einzusehen im Stunde sind.
        

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