Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007363
Prüfun g 
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der M etaq 
uhysiker. 
139 
schiedenen Ursprung habenJ") Der Sensualist muss behaupten, 
dass sie denselben Ursprung haben") Je weiter diese beiden 
grossen Schulen fortschreiten, desto auffallender wird ihre Ab- 
weichung von einander. Sie sind im oifenen Kriege in allen Zweigen 
der Moral, der Philosophie und der Kunst. Die Idealisten sagen, 
alle Menschen haben wesentlich denselben Begriff von dem Guten, 
Wahren und Schönen. Die Sensualistcn versichern, es gebe keinen 
solchen Maetssstab, weil Ideen von Eindrücken der Sinne abhingen 
und weil die Sinneneindrücke der Menschen von den Veränderungen 
ihrer Körper und von ausseren Vorgängen abhingen, von denen 
ihre Körper aflicüt würden. 
Dies ist ein kurzes Beispiel davon, wie die scharfsinnigsten 
Metaphysiker- zu den entgegengesetzten Folgerungen getrieben wor- 
den sind durch den Umstand allein, dass sie entgegengesetzten Me- 
thoden bei ihrer Untersuchung gefolgt. Und es ist uin so wichtiger, 
dies zu beachten, weil nach der Anwendung dieser beiden Methoden 
die Hülfsquellen der Metaphysiker offenbar erschöpft sind") Beide 
Theile stimmen darin überein, dass geistige Gesetze nur durch das 
Studium einzelner Geister entdeckt werden können und dass im 
Geiste nichts vorhanden ist, welches nicht das Resultat entweder 
des Nachdenkens oder der Sinneneindrücke wäre. Die einzige 
45) Reid (Essays an tize pervers of tke mind I, 281) sagt, nothwendige Wahrheiten 
können nicht aus dem Sinnlichen geschlossen werden, denn unsere Sinne bezeugen 
uns nur was ist und nicht was nothwendig sein muss." S. auch II, 53, 204, 239, 
240, 281. Dieselbe Unterscheidung in WlwweWs Pkilosophy of the inaluctive sciences I, 
60-373, 140, und Duyald Steve-an's Philosophical essays 123, 124. Sir W. Hamilton 
(Additions to Rcidäa works 754) sagt: "Nicht-zufällige Wahrheiten wären umgekehrt 
absolut undenkbar." Aber dieser gelehrte Schriftsteller sagt uns nicht, wie wir es 
erkennen können, wenn etwas absolut undenkbar ist. Dass wir einen Gedanken nicht 
denken können, ist sicherlich kein Beweis, dass er undenkbar sei; denn er mag in einer 
späteren Zeit, wenn die Wissenschaft weiter fortgeschritten ist, gedacht werden. 
47) Dies versichern alle Nachfolger Locke's; und eins der letzten Producte jener 
Schule erklärt: „Zu sagen, dass nothwendige Wahrheiten durch Erfahrung nicht er- 
langt werden könnten, heisst das klarste Zeugniss unserer Sinne und unserer Vernunft 
verleugnen." Jobertts New system of philosophy I, 58. 
43) Um Missverständnisse zu verhüten, wiederhole ich, hier und anderswo ver- 
Stehe ich unter Metaphysik jene ganze Masse von Literatur, welche auf der Vorans- 
setzung ruht, die Gesetze des menschlichen Geistes könnten mu von den 'l'hatsachen 
des einzelnen Selbstbewusstseins abstrahirt werden. Das Wort Metaphysik ist zwar 
unbequem dafür, aber es wird keine Verwirrung anrichten, wenn der Leser diese 
Definition im Auge behält.
        

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