Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007345
der 
Prüfung 
Methode 
der Metaphysiker. 
137 
Raum seinem Begriff nach unendlich und nothwendig istß) Er ist 
unendlich, denn wir können uns nicht denken, dass der Raum 
ein Ende hatte, und er ist nothwendig, denn wir können uns die 
Möglichkeit seiner Nichtexistenz nicht denken. So weit der Idealist. 
Aber der sogenannte Sensualistfo) der nicht mit Ideen, nicht mit 
Begriffen, sondern mit sinnlichen Eindrücken beginnt, kommt zu 
einem ganz anderen Schluss. Er bemerkt, dass wir keinen Be- 
griff von Raum haben können, ohne vorher einen Begriff von Gegen- 
ständen gehabt zu haben, und dass die Begriffe von den Gegen- 
ständen nur aus den sinnlichen Eindrücken jener Gegenstände 
entsprungen sein können. Die Nothwendigkeit des Begriffs vom 
Raume, sagt er, entspringt lediglich aus dem Umstande, dass wir 
nie einen Gegenstand wahrnehmen, der nicht eine gewisse Lage 
zu einem anderen Gegenstande hätte. Dies bildet eine unzertrenn- 
liche Verbindung der Vorstellung der Lage und der Vorstellung 
des Gegenstandes; und da sich diese Verbindung fortdauernd vor 
unseren Augen wiederholt, so können wir uns zuletzt keinen Gegen- 
stand ohne eine Lage vorstellen oder mit anderen Worten ohne 
Raum! 1) Den Begriff, dass der Raum unendlich sei, sagt er, 
9) Stewarfs Philasophy of the mind 11, 194; Cousin, Ilist. de Zu pleiloex, II. sörie, 
vol. II, 92. Unter den Indischen Metaphysikem gab es eine Sekte, welche erklärten, 
der Raum sei die Ursache aller Dinge. Journal of Asiatie soe. VI, 268, 290. Siehe 
auch das Dabesfmz lI, 40, welches jedoch gegen die Vedas ist. Rammohmz Boy, On 
the Veds 8, 111. In Spanien ist die Lehre von der Unendlichkeit des Raumes ketze- 
risch. Dobladds Letters 90. Ueber die verschiedenen Ansichten vom Raume vergl. 
Ritteris Hist. of aneieni philosophy I, 451, 473, 477, II, 314, III, 195--204; Cmi- 
wortlßs Intelleetieel system I, 191, III, 230, 472. Kaufs Kritik der reinen Vemuogfi, 
Werke II, 23, 62, 81, 120, 139, 147, 256, 334, 347; Tennemaozn, Geschichte der 
Philos. I, 109, II, 303, III, 130-137, IV, 284, V, 384-387, VI, 99, VIII, 87, 88, 
653, IX. 257, 335, 410, X, 79, XI, 195, 385-389. " 
w) Diesen Namen giebt Cousin fast allen den gössten Englischen Metaphysikern 
und Condillac und allen seinen Schülern in Frankreich; ihr System trage den wohl- 
verdienten Nameu des Sensualismus. Hist. de la phil. II. sen, vol. II, 88. Dßnselben 
Namen erhält dieselbe Schule in Feuehtersleberfs Meclieal Psyeholoyy 52, und in Re- 
nouardk Hisioire de la enedeeine I, 346, II, 368. In Joberfs New System of philo- 
sophy II, 334, heisst sie "Sensationalismusfä welches ein besserer Name zu sein 
scheint. 
H) Dies ist geistreich erörtert durch James Mill, Analysis of the pheezoenena of 
the human mind II, 32, 93-95 und, anderswo. Vergl. Locke, Werks I, 147, 148, 
154, 157 und die schsrfsinnige Unterscheidung 198 zwischen "dem Begriff von der 
Unendlichkeit des Raums und dem Begriff (Vorstellung?) eines unendlichen Raums." 
208 sagt Locke sarkastisch: „Da es aber trotz alledem Leute giebt, die sich überreden, 
dass sie klare, positive und ausreichende Begriife vom Unendlichen haben, so ist es
        

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