Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007300
der 
Prüfung 
Methorlr 
der Metaphysiker. 
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Ingenieure den Fehler verbessern, dem Uebel abhelfen. Haben 
wir keine Flüsse, so machen wir Kanäle; haben wir keine natür- 
lichen Häfen, so machen wir künstliche. Und so auffallend ist 
diese Neigung, die Macht der Natur zu brechen, dass sie sich 
selbst in der Vertheilung des Volks zeigt, denn in den civilisirte- 
sten Ländern Europas überholt die Bevölkerung der Städte überall 
die des Landes, und es leuchtet ein, je mehr die Menschen sich 
in grossen Städten versammeln, desto mehr werden sie sich ge- 
wöhnen, den Stoff ihres Denkens von der Beschäftigung im Leben 
herzunehmen und um so weniger werden sie sich um die Natur- 
erscheinungen kümmern, welche die ergiebige Quelle des Aber- 
glaubens sind und durch die in allen aussereuropäischen Cultur- 
ländern die Entwickelung des Menschen gehemmt worden ist. 
Aus diesen Thatsachen können wir gewiss schliessen, dass der 
Fortschritt Europa's in der (Zivilisation durch einen verminderten 
Einfluss der Naturgesetze und durch einen vermehrten Einfluss der 
geistigen Gesetze bezeichnet wird. Der volle Beweis dieses allge- 
meinen Satzes lässt sich nur aus der Geschichte führen, und ich 
muss daher Vieles, was zu seiner Begründung dient, für die spä- 
teren Bände dieses Werks aufsparen. Hier nur noch zwei Be- 
trachtungen. Zuerst, nichts beweist uns, dass die Naturkraftc je 
dauernd sich gesteigert und wir haben keinen Grund zu erwarten, 
dass je eine solche Steigerung eintreten werde. Zweitens, alles 
Mögliche beweist uns, dass die Hülfsquellen des menschlichen Geistes 
stärker, zahlreicher und geeigneter geworden sind, die Schwierigkei- 
ten der Aussenwelt zu beseitigen; denn jeder neue Zuwachs unserer 
Kenntnisse gewährt uns neue Mittel, entweder die Naturereignisse 
zu beherrschen oder wenigstens ihre Folgen vorherzusehen und so 
zu vermeiden, was wir nicht hindern können, in beiden Fällen 
aber den Druck äusserer Mächte auf uns zu vermindern. 
Dies führt uns zu einem Schluss, der für unsere Einleitung 
von grossem Werthe ist. Ist nämlich das Maass der Civilisation 
der Triumph des Geistes über die Aussenwelt, so leuchtet es ein, 
dass für den Fortschritt der Menschheit die geistigen Gesetze wich- 
tiger sind als die natürlichen. Eine Schule von Denkern hat dies 
zwar angenommen, als verstände sichs von selbst, obgleich ich 
nicht weiss, wo durch irgend eine erschöpfende Erörterung der 
Beweis davon geführt worden. Die Frage nach der Originalität 
meiner Beweisführung ist jedoch Voll gßünäem Gewicht; dagegen 
ist es beachtenswerth, dass, an dieser Stelle unserer Untersuchung,
        

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