Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007266
Drittes 
Kapitel. 
Prüfung der Methode der Metaphysiker 
geistiger Gesetze. 
zur Entdeckung 
Die bisherige Darstellung beweist zwei Hauptthatsachen, die, 
wenn sie nicht angefochten werden können, die nothwendige Grund- 
lage der Universalgeschichte sind. Die erste Thatsache ist, dass 
in den aussereuropäischen Culturländern die Naturkräfte viel grösser 
waren als in den Europäischen. Die zweite Thatsache ist, dass 
diese Kräfte ungeheures Unheil angerichtet, und dass ein Theil 
derselben eine ungleiche Vertheilung des Reichthums, ein anderer 
eine ungleiche Vertheilung des Gedankens verursacht hat, dies letz- 
tere durch die feste Richtung der Aufmerksamkeit auf Gegenstände, 
welche die Phantasie enttlammen. So weit die Erfahrung der Ver- 
gangenheit uns leiten kann, müssen wir sagen, dass in allen ausser- 
europäischen Culturländern diese Hindernisse unübersteiglich waren, 
wenigstens hat sie bis jetzt noch keine Nation überwunden. Aber 
in Europa, das auf einem bescheideneren Fusse eingerichtet ist 
als die anderen Welttheile, das kälter gelegen war, einen weniger 
üppigen Boden hatte, weniger imposante Naturcrscheinungen und 
überhaupt eine schwächere Natur entfaltete, in Europa wurde es 
dem Menschen leichter, sich des Aberglaubens zu enthalten, wel- 
chen die Natur seiner Phantasie entgegenbrachte; und ebenso wurde 
es ihm leichter, wenn auch nicht gerade eine gerechte Vertheilung 
des eReichthums, doch einen Zustand zu erreichen, der ihr näher 
kam, als es in den älteren Culturländern möglich gewesen war. 
Daher ist im Ganzen in Europa die Richtung der Weltge- 
schichte gewesen, die Natur dem Menschen, ausser Europa den 
Menschen der Natur unter-zuordnen. Dies leidet in barbarischen 
Ländern einige Ausnahmen, in civilisirten hingegen ist die Regel 
durchgängig gewesen. Der grosse Unterschied zwischen Europäi- 
scher und Nichteuropäischer Civilisation ist daher die Grundlage 
der Philosophie der Geschichte, denn er giebt uns die wichtige 
Betrachtung an die Hand, dass wir z. B. um die Geschichte Indiens 
Buckle, Gesch. d. (Zivilisation. I. Q
        

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