Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007256
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der Naturgesetze. 
Einfluss 
umfassender speculativer Wahrheit umzugehen, die Feindschaft erklärlich macht, die 
man gegen Schlüsse richtet, die sich uns seit Lavoisier allrnählig aufgedrängt haben, 
der schon vor 70 Jahren versuchte, den Athmnngsprocess zu erklären, indem er ihn 
den Gesetzen der chemischen Combination unterwarf. 
In dieser und in den vorigen Anmerkungen, bes. 30, 31, 35, habe ich den Zusam- 
menhang zwischen Nahrung, Athmung und thierischer Wärme so ausführlich behandelt, 
dass es am Ende dem Leser, der sich nicht physiologisch interessirt, langweilig scheinen 
mag; aber die Untersuchung ist nothwendig geworden wegen der Schwierigkeiten, 
welche von Experimentirern erhoben werden sind, die eben, weil sie den Gegenstand 
nicht umfassend studirt, gegen einzelne Punkte Widerspruch eingelegt. Um ein Bei- 
spiel anzuführen, welches wegen des Geistes und Rufs des Verfassers ein hervor- 
stechendes ist, so hat Sir Benj. Brodie neulich einen Band (Physiolngical rcscurclzes 
151) publicirt, welcher einige ingeniöse Experimente an Hunden und Kaninchen ent- 
hält, um zu beweisen, dass die thierische Wärme eher durch das Nervensystem als 
durch die Athmungsorgane erzeugt werde. Ohne diesem ausgezeichneten Arzte in 
alle Einzelnheiten zu folgen, sei es erlaubt zu bemerken: 1) „Es ist einfach histori- 
sche Thatsache, dass noch keine grosse physiologische Thatsache entdeckt oder ein 
grosser physiologischer Irrthum zerstört werden ist durch solche beschränkte Experi- 
mente mit einer einzigen Thierart; zudem haben wir hier mit Widerstand leistenden 
lebenden Körpern zu thun und jedes Experiment an einem solchen bringt einen ab- 
normen Zustand hervor und lässt so neue Ursachen zu , deren Einwirkungen unberechen- 
bar sind, wenn wir nicht, wie dies oft in der unorganischen Welt der Fall ist, das 
ganze Phänomen controlliren können. 2) Dass die andere Abtheilung der organischen 
Welt, das Pilanzenreich, so viel wir wissen, kein Nervensystem hat und doch Wärme 
besitzt, und eusserdem wissen wir, dass diese Wärme ein Product vom Sauerstoff und 
Kohlenstoff ist (s. Anm. 32). 3) Dass die Zeugnisse der Reisenden über die verschie- 
denen Arten der Nahrungsmittel und den Unterschied in der Masse, die in heisssn 
und kalten Gegenden verzehrt wird, durch die Athmnngstheorie und durch die 
chemischen Theorien über den Ursprung der animalischen Wärme erklärlich sind, dass 
sie aber bei der Theorie, wonach diese Wärme durch das Nervensystem erzeugt wer- 
den soll, unerklärlich bleiben."
        

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