Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1007202
der Naturgesetze. 
Einiiuss 
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Ganz die nämliche Richtung, des Menschen Kraft übernatür- 
licher Kraft anzunähern, zeigt sich in einer anderen Eigenthümlich- 
keit der Griechischen Religion. Ich meine, dass Wir in Griechen- 
land zum ersten Male den Heroendienst, d. h. die Vergötterung 
sterblicher Menschen finden. Nach unseren Ausführungen konnte 
dies in einem tropischen Oulturlande nicht erwartet werden, wo 
die Naturerscheinungen den Menschen mit dem anhaltenden Gefühl 
seiner Unfähigkeit erfüllten. Es ist daher natürlich, dass sich in 
der alten Indischen Religion kein Heroendienst findet; H3) eben 
so kannten ihn weder die Aegypterfl") noch die Perser-f") 
noch so viel ich weiss die Arabern") Aber in Griechenland, wo 
der Mensch von der Airssenwelt weniger gedemüthigt und so zu 
sagen in den Schatten gestellt wurde, dachte er grösser von seiner 
eigenen Kraft und die Menschennatur fiel nicht in die Verachtung, 
wozu sie anderswo herabsank. Die Folge war, dass die Vergötte- 
rung von Sterblichen ein anerkannter Theil der Nationalreligion 
war,  schon in den frühesten Zeiten der Griechischen Gesehichtef 3 7) 
und dies zeigte sich für Europäer so natürlich, dass dieselbe Sitte 
nachher mit grossem Erfolge von der Römischen Kirche erneut 
wurde. Andere Umstände von ganz verschiedener Art entwurzeln 
allmählig diese Form des Götzendienstes, aber sein Dasein ver- 
dient Aufmerksamkeit, es ist eines von den unzähligen Beispielen 
davon, wie die Europäische Civilisation sich von allen vorhergehen- 
den unterscheidetßßs) 
933) „Tke worship of deijied lwroee is no pur-l of tkat system;" Oolebrooke, On 
the Vedas, in den Asiat. researches VIII, 495. 
934) Mackay's Religious dcvelopment II, 53; Wilkiazsovfs Ancient Egyptians lV, 
148, 318; Matter, Histoire de Fäaole JAZexw1zd1-ie I, 2. Der „Cultus grosser Männer," 
der sich später in Alexandrien entwickelte, ist wohl Griechischen Ursprungs. 
935) Keine Spur (lavon in der Zendavesta; und Herodot sagt, die Perser wären 
darin von den Griechen unterschieden, dass sie nicht glaubten, der Gott hebe eine 
menschliche Gestalt; I, cap. 131. 
913") Ich kenne keine Nachricht über den Zusammenhang des Hemendienstes mit 
der alten Arabischen Religion, und er ist sicher dem Geiste des Mahomedismus völ- 
lig fremd.  
537) Marc's Hist. of Greeoe I, 28, 500, II, 402: gute Bemerkungen über einen 
Gegenstand, den Coleridge ungenügend behandelt. Grote, Hist. of Greece XII, 339. 
938) Die Anbetung der Todten, vornehmlich der Heiligen, war starker Streitpunkt 
zwischen der orthodoxen Kirche und den Manichäern; Beausobre, Hist. critique de 
Manichäe I, 316, H, 651, 669; und es ist leicht begreiflich, wie sehr ein solches 
Yerfahren den Persischen Ketzern zuwider gewesen sein muss.
        

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