Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006994
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der 
Einfluss 
Naturgesetze. 
Aussen auftraten, so war es sehr natürlich, dass das ganze System 
zu Grunde ging. In diesen Ländern konnte sich die Gesellschaft 
nicht erhalten, weil sie in sich selbst feindlich getheilt war. Und 
es ist nicht zweifelhaft, dass diese einseitigen und unregelmässigen 
Civilisationsformen lange vor ihrer wirklichen Zerstörung schon in 
Verfall gerathen waren und dass ihre eigene Entartung den Fort- 
schritt fremder Eroberer förderte und den Sturz dieser alten Reiche 
bewirkte, welche bei einem g-esunderen System leicht zu retten ge- 
wesen wären. 
So viel über den Einfluss der eigenthünrlichen Nahrung, des 
Klima's und des Bodens auf grosse aussereuropaische Kulturvölker. 
Ich habe jetzt noch die natürlichen Einwirkungen zu untersuchen, 
die ich unter dem Namen Natnrerscheinuirgen befasse, und hier- 
aus werden weitschichtige und umfassende Erörterungen entspringen 
über den Einfluss der Aussenwelt, wodurch der Mensch auf Sitten 
und Gedanken gebracht wird und so in Religion, Künsten, Litera- 
tur, kurz in allen Hauptausserungen des Geistes eine gewisse Far- 
bung erhält. Dass wir uns darüber klar werden, wie dies zu Wege 
gebracht wird, bildet eine nothwendige Ergänzung zu der so eben 
abgeschlossenen Untersuchung. Denn wie wir gesehen haben, dass 
Klima, Nahrung und Boden hauptsächlich die Ansammlung und 
Vertheilung des Reichthums beeinflussen, so werden wir ünden, 
dass die Naturerscheinungen auf die Ansammlung und Vertheilung 
des Gedankens einwirken. Im ersten Falle haben wir es mit den 
materiellen Interessen des Menschen zu thun, im zweiten mit seinen 
intellectuellen. Die ersteren habe ich erläutert so weit ich konnte 
und vielleicht so weit als der gegenwärtige Stand der Wissenschaft 
es erlaubt! S1) Aber das Verhältniss der Naturerscheinungen und 
des Menschengeistes führt zu so grossartigen Speculationen und er- 
fordert eine solche Menge Stoff aus allen Wissenszweigen, dass ich 
über den Erfolg Bedenken tragen möchte; und ich brauche kaum 
zu sagen, dass ich keinen Anspruch auch nur auf eine annähernd 
erschöpfende Analyse mache und nicht mehr zu erreichen hoffe, 
Und in Persien schwand mit dem Gefühl der Loyalität auch das Gefühl der Volks- 
macht. Malcolm, History of Persia II, 130. Die Geschichte der civilisirtesten Län- 
der Euxopsfs stellt uns gerade das Gegentheil davon dar. 
487) Ich meine hinsichtlich der physischen und ökonomischen Gesetze. Sonst vor- 
züglich in Hinsieht der Mexikanischen und Peruanischen Geschichte bin ich mich mei- 
ner Mängel wohl bewusst.
        

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