Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006955
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der Naturgesetze. 
Einiiuss 
zu bezahlen; die Vornehmen und die Geistlichkeit waren ganz 
freiW") Da jedoch in einem solchen Zustande der Gesellschaft 
das Volk kein Eigenthum erwerben konnte, so mussten sie die 
Kosten der Regierung durch ihre persönliche Arbeit zahlen, die 
gänzlich unter dem Befehl des Staates stand! 7 f) Zugleich be- 
griffen die Herrscher des Landes sehr gut, dass sich mit einem 
solchen System ein Gefühl persönlicher Unabhängigkeit nicht ver- 
trüge; sie entwarfen daher Gesetze, wodurch das Betragen der 
Unterworfenen bis ins Kleinste überwacht War. Das Volk War so 
gefesselt, dass es ohne Erlaubniss der Regierung weder seinen 
Wohnort noch seine Kleider ändern konnte. Jedem Einzelnen 
schrieb das Gesetz das Gewerbe vor, das er treiben, die Kleider, 
die er tragen, die Frau, die er nehmen und die Vergnügungen, 
die er sich machen sollte! l i) Bei den Mexikanern war der Ver- 
lauf der Dinge ein ähnlicher; dieselben natürlichen Bedingungen 
hatten denselben Erfolg. In dem wichtigsten Punkte, im Zustande 
des Volks waren Mexiko und Peru Seitenstücke zu einander. Bei 
manchen geringeren Verschiedenheiten" 3) stimmten beide darin 
470) "Die Mitglieder des königlichen Hauses, die Grossen, selbst die Staatsdiener 
und die zahlreichen Priester waren alle frei von Abgaben. Das Volk hatte alle Kosten 
der Regierung zu tragen." PrescoWs Histary qf Peru I, 56. 
m) Ondegardo sagt ausdrücklich: „Die Arbeit der Personen war die einzige Art 
der Abgabe, weil sie nichts Anderes besessen." Presaottäe Peru I, 57. S. JIrPCzelloclUs 
Researches, 359. In Mexiko war der Zustand ganz der nämliche: „Le petit peuple, 
qui m: possedait point de biens-fonds, et qui ne faisait point de covnvneree, payait sa 
part des taxes en irzwazox de dqflfrents genres; c'e'taz't pur lui que les terv-es de la 
couronne ätaient cultmfes, les ouvmges publics exäczatäs, e! [es diverses maisons apparte- 
nuntes ä Fempereur eonstruites ou entretenues." Lareozaudiärds Mexique, 39. 
m) Prescott bemerkt dies mit Erstaunen und doch ist es unter solchen Umständen 
ganz natürlich. Er sagt in der Ifistory of Peru I, 159: Bei dieser ausserordentlichen 
Verfassung war ein Volk, das in manchen socialen Verfeinerungen Fortschritte ge- 
macht und Geschick in Fabrikation und Ackerbau hatte, mit dem Geld; unbekannt, 
Sie hatten nichts, was den Namen des Eigenthums verdiente. Sie konnten kein Hand- 
werk treiben, keine Arbeit unternehmen, keinem Vergnügen nachgehen, das nicht aus- 
drücklich durch das Gesetz bestimmt war. Sie konnten weder ihre Wohnung noch 
ihre Kleider ohneaErlaubniss von der Regierung verändern. Sie konnten nicht einmal 
die Freiheit ausüben, welche in andern Ländern selbst dem Niedrigsten gelassen wird, 
sich ihre Weiber selbst zu wählen. 
473) Prichard, Physieul 7158101?! v, 457: Sagt, die Mexikaner wären grausamer als 
die Peruaner. Wir wissen nicht, ob dies von natürlichen oder socialen Ursachen her- 
rührt. Eerder nennt Peru den gebildetsten Staat dieses Welttheils. Ideen zur Ge- 
schichte I, 33.
        

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