Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006946
Einßuss 
der 
Naturgesetze. 
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Stabe misst, aber höchst merkwürdig, wenn man sie mit der groben 
Unwissenheitvergleicht, Welche unter den benachbarten und gleich- 
zeitigen Völkern herrschte. Alle waren jedoch gleich unfähig, selbst 
diese geringe Civilisation weiter zu verbreiten; in allen fehlte gleich- 
mässig auch nur etwas Aehnliches als ein demokratischer Geist 
und herrschte die nämliche despotische Gewalt der obern Klassen 
und dieselbe veräehtliehe Unterwüriigkeit der unteren. Denn, wie 
Wir gesehen, alle diese Formen der Givilisation hingen von ge- 
wissen Naturgesetzen ab, welche zwar der Anhäufung von Reich- 
thum günstig, aber seiner rechten Vertheilung ungünstig waren. 
Und während die Kenntnisse der Menschen noch in ihrer Kindheit 
Warenf G8) fanden sie es unmöglich, gegen jene Naturwirkungen 
Zu kämpfen und sie an der Hervorbringung' einer soeialen Ein- 
richtung, wie ich sie zu zeichnen gesucht, zu hindern. In Mexiko 
Sowohl als in Peru wurden die Künste und besonders die, welche 
dem Luxus der Reichen dienen, mit grossem Erfolge gepiiegt. Die 
Hituser der Vornehmen waren voller Zierrath und das Hausgeräth von 
ausgezeichneter Arbeit; ihre Zimmer mit prächtigen Tapeten be- 
bangen; ihre Kleider und ihr Putz unglaublich kostbar; ihre Ju- 
welen von seltener und mannigfaltiger Gestalt und Fassung; ihre 
reichen und fliessenden Gewänder mit den seltensten Federn ge- 
stickt, wie man sie in den entferntesten Theilen des Reichs ge- 
Sammelt; dies Alles zeigt, welch einen unerschöpflichen Reiehthuni 
Sie besassen und mit welcher Prahlerei sie ihn verschwendeten! W) 
Unmittelbar unter dieser Klasse finden wir das Volk und in 
welcher Lage? In Peru hatten die gemeinen Leute alle Abgaben 
168) Die einzige Wissenschaft, die sie einiger Maassexi kannten, war Astronomie; 
diese scheinen die Mexikaner mit Erfolg getrieben zu haben. Vergl. La P1ace's Be- 
lnerkung bei Humboldt, Afouv. Esp. I, 92, mit Priahzm-däs- Plzysical lzistory V, 323, 
329; JlPCuZloclKs Researolzes, 201, 225; Iarenemdiöräs Mexiqzee, 51, 52; Hmnboldfs 
Kosmos IV, 456; Journal of yeogr. soc. VII, 3. Ihre Astronomie war jedoch, wie 
sich erwarten liess, von Astrologie begleitet; s. Ixtlilxoolzitl, Hist. des Okiclmneques I, 
168, 11, 94, 111. 
469) Die Kunstwerke der Mexikaner und Peruaner werden von RObEItSOII unter- 
schätzt; er giebt jedoch zu, dass er sie nie gesehen. Hie-l. of Ameriw VII, 909, 920_ 
In unserm Jahrhundert hat man sie sehr beachtet. Prescott, HiSi- (f PW" I: 287 "f 
M621. I, 27, 122, 256, 270, 307, II, 115, 116, spricht von ihrer Kunstfertigkeit und 
Verschwendung. Eben so Humboldt, der einzige Reisende in der neuen Welt, der 
Sowohl in der Natur als in der Geschichte hinlänglich unterrichtet war; Nomz. Espagne 
II, 483 und anderswo, S. Pentlandß; Bemerkung über die Gräber in der Nähe von 
Titieaca; Joum. of geogr. soc. X, 554 und M Wulloclfs Researolzvcs, 364-366; Mexiqzee 
Pur Larenazodiäre, 41, 42, (36; Ullods Soutlz. Amcriva I, 465, 466. 
Buckle, Gesch. u. Givilisation 1. 7
        

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