Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006916
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Einfluss der Naturgesetze. 
indem er die Anhäufung von Reichthum begünstigte, ohne die kein 
Fortschritt möglich ist. _ 
Wenn wir daher die natürlichen Bedingungen ursprünglicher 
Civilisation in Anschlag bringen, haben wir nicht nur auf den 
Reichthum, sondern auch so zu sagen auf die Bezahmbarkeit der 
Natur zu sehen, d. h. wir haben die Leichtigkeit in Betracht zu 
ziehen, womit die Hülfsquellen benutzt werden können, aber auch 
die Zahl dieser Hülfsquellen seIbstJ Wenn wir dies auf Mexiko 
und Peru anwenden, so finden wir in ihnen die Länder Amerikas, 
wo diese Combination am günstigsten war. Obgleich ihre Hülfs- 
quellen nicht so zahlreich waren, als die Brasiliens, so waren sie 
weit leichter zu beherrschen, während zugleich die Hitze die Ge- 
setze ins Spiel brachte, welche, wie wir gezeigt, alle ursprüng- 
liche (Zivilisation bedeutend beeinflussen. Es ist eine sehr merk- 
würdige Thatsache, und ich glaube, sieaist niemals beachtet wor- 
den, dass selbst in der Breite die jetzige Grenze Perus nach Süden 
mit der alten Grenze Mexikds nach Norden übereinstimmt; und 
merkwürdig genug, mir aber vollkommen erklarlich ist es, dass 
beide Grenzen erreicht werden, ehe die Wendekreise überschritten 
sind; die Grenze Mexiko's ist 210 nördlicher, die Peru's 211,720 süd- 
licher Breite! 5') 
Eine so wunderbare Regelrnässigkeit zeigt uns die Geschichte, 
wenn sie umfassend genug betrachtet Wird. Und wenn wir Mexiko 
und Peru mit den Ländern der alten Welt, von denen wir schon 
gesprochen haben, vergleichen, so werden wir finden, dass ihre 
socialen Zustände, wie in allen (Zivilisationen, die der Europäischen 
vorhergehen, von Naturgesetzen abhängen. Zuerst war die Landes- 
nahrung gerade von derselben Art, wie wir sie in den blühendsten 
Ländern von Asien und Afrika gefunden haben. Denn obgleich 
wir wenig essbare Pflanzen der alten Welt in der neuen finden, 
so giebt es dafür andere, die dem Reis und den Datteln völlig 
entsprechen, die eben so reichlich vorhanden sind, eben so leicht 
wachsen und eben so reiche Ernten geben, desswegen auch die- 
selben socialen Wirkungen hervorbringen. In Mexiko und Peru ist 
der Mais immer eins der wichtigsten Nahrungsmittel gewesen und 
'57) Vidaea ist der südlichste Punkt der jetzigen Pemunisehen Küste; obgleich 
die Eroberumgen Peru's bis weit nach Chili hinein und wenige Grade von Patagonien 
sich erstreckten. Die Grenze des Mexikßnischen Reiches war 20" an der Atlantischen 
Küste und 190 am stillen Ozean. Prescotfs Hisf. of Mexico I, 2.
        

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