Bauhaus-Universität Weimar

Titel:
Geschichte der Civilisation in England
Person:
Buckle, Henry Thomas Ruge, Arnold
Persistente ID:
urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1005674
PURL:
https://digitalesammlungen.uni-weimar.de/viewer/resolver?urn=urn:nbn:de:gbv:wim2-g-1006856
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Einfluss 
der Naturgesetze. 
zeichnet und nicht nur innerhalb der Wendekreise, sondern eine 
bedeutende Strecke weiter; der Süden von Brasilien und selbst 
ein Theil von Uruguay erfreuen sich einer Fruchtbarkeit, wie sie 
sich in keinem Lande von Nordamerika unter einem ähnlichen 
Breitengrade findet. 
Hiernach könnte man nun erwarten, dass die Ostküste von 
Südamerika wegen ihrer reichen Ausstattung durch die Natur 4 H) 
der Sitz einer ähnlichen Civilisation gewesen sei, wie sie in an- 
deren Welttheilen durch ähnliche Ursachen erzeugt wurde. Wir 
werden aber bei genauerer Betrachtung finden, dass die obigen 
Bemerkungen keineswegs auch nur die physischen Einflüsse er- 
schöpfen und dass wir noch ein Drittes mit zu beachten haben, 
welches allein die zwei anderen neutralisiren und die Einwohner 
eines Landes, _welches sonst das blühendste in der neuen Welt 
geworden wäre, in der Barbarei zurückhalten konnte. 
Diese dritte Macht ist der Passatwind, eine auffallende Er- 
scheinung, wodurch, wie sich später zeigen wird, alle voreuro- 
päischen (Zivilisationen bedeutend und sehr nachtheilig beeinflusst 
worden sind. Dieser Wind bestreicht nicht weniger als 56 0 der 
Breite, 280 nördlich und 28" südlich vom Aequator. 145) In die- 
sem grossen Landstrich, der einige der fruchtbarsten Länder der 
Welt einschliesst, bläst der Passatwind das ganze Jahr hindurch 
entweder von Nord-Ost oder von Süd-Ost. Die Ursachen dieser 
Regelmässigkeit sind jetzt vollkommen erkannt, "man weiss, dass 
sie theils von der Luftverdünnung unter dem Aequator, theils von 
der Bewegung der Erde abhängt. Die kalte Luft von den Polen 
strömt fortdauernd nach dem Aequator, was Nordwinde in der 
nördlichen und Südwinde in der südlichen Hcmisphäre giebt. Diese 
444) Herrn Darwin, der eins der besten Werke über Südamerika geschrieben 
hat, iiel dieser Vorzug der Ostküste auf, und er bemerkt: "Früchte, die gut und 
reichlich unterm 41." an der Ustkiiste gedeihen, wie die Traube und die Feige, ge- 
deihen sehr schlecht unter einer geringeren Breite an der entgegengesetzten Seite des 
Continents." Jazzwml of rcsearclws, Lond. 1840, P. 268. Vergl. Meyerfs Geogr. qf 
plants, 25, 188. Daniell, Meteorolog. essays, 194, sec. XIV drückt sich daher zu 
allgemein aus und sollte seinen Satz auf die Continente nördlich vom Aequator be- 
schränken. 
145) Sie erreichen manchmal den 30. o. Daniell, 469. Traill, Plzys. geoyr. p. 200, 
sagt: "sie erstrecken sich zu beiden Seiten des Aequators ungefähr bis zum 30A)"; 
aber ich glaube, sie gehen selten so hoch hinauf, Qbwohl Rgbertson sicher im I"- 
thum ist, wenn er meint, sie seien nur den Tropen eigen. Hisl. of Amer. IV, in 
R06. Werks, 781.
        

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